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Ölkonzerne meiden Iraks Terror-Regionen

Tawke-Ölfeld im nördlichen Irak (Archiv).Großansicht
Bagdad (dpa) - Der Energieriese Shell und der malaysische Ölkonzern Petronas, haben am Freitag bei einer Auktion in Bagdad den Zuschlag für Madschnun, eines der größten irakischen Ölfelder, erhalten.

Für kleinere Ölfelder, die in gefährlichen Gebieten im Osten von Bagdad und in der Provinz Dijala liegen, fanden sich dagegen überhaupt keine Bieter.

Öl-Minister Hussein al-Schahristani rief die Bewohner dieser Gebiete auf, «die staatlichen Sicherheitskräften im Kampf gegen die Terroristen zu unterstützen, damit eines Tages auch dort investiert werden kann». Beobachter erklärten, die Investoren seien nicht nur von der schlechten Sicherheitslage in diesen Regionen abgeschreckt worden, sondern auch weil dort die Infrastruktur für den Export fehlt und weil dort Erdöl lagert, dessen Förderung kostspielig ist.

Das Ölfeld Madschnun mit Reserven von 12,88 Milliarden Barrel (159 Liter) liegt in der Nähe des südlichen Exporthafens Basra. Ein Konsortium unter Führung des französischen Konzerns Total und der Chinesischen CNPC hatten für Madschnun auch ein Gebot abgegeben. Sie kamen jedoch nur bei dem kleineren Ölfeld Hilfaja nahe der südlichen Stadt Amara zum Zuge. Die zweitägige Auktion endet an diesem Samstag. Der irakische Staat braucht dringend mehr Öl-Einnahmen.

Shell und Exxon hatten bereits Anfang November mit der irakischen Regierung einen Vertrag über die Ausbeutung des Ölfeldes West-Kurna 1 abgeschlossen. Das große Ölfeld Süd-Rumaila nahe der Stadt bei Basra hatten bei dieser ersten Lizenzvergaberunde BP und der chinesische Konzern CNPC übernommen. Das Subair-Ölfeld sicherte sich ein Konsortium unter Führung des italienischen Konzerns ENI.

Der Sprecher des irakischen Ölministeriums, Essam Dschihad, hatte vor Beginn der zweiten Runde erklärt, dank der neuen Verträge werde der Irak in den kommenden sechs Jahren auf der Liste der größten Erdöl produzierenden Staaten von Platz elf auf Platz drei aufsteigen. Die Ölanlagen sind wegen der vielen Krisen und Konflikte, die das arabische Land in den vergangenen drei Jahrzehnten durchlebt hat, in beklagenswertem Zustand. Die erste Lizenzvergaberunde war etwas schleppend verlaufen, weil die Konzerne mit den Bedingungen der Iraker größtenteils nicht zufrieden gewesen waren.

Der am Vortag in Bagdad eingetroffene US-Verteidigungsminister Robert Gates setzte seinen Besuch am Freitag in der nördlichen Stadt Kirkuk fort, wo er nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak mit lokalen Kommandeuren über Strategien zur Terrorbekämpfung sprach. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte in einem Gespräch mit Gates zuvor erklärt, der Irak erhoffe sich von den USA Hilfe beim Erwerb moderner Waffen.

In der Provinz Dijala töteten Unbekannte nach Informationen der Agentur Al-Yaqen einen Bürgerwehr-Kämpfer. Die Polizei fand die Leiche eines unbekannten Mordopfers.

Konflikte / Irak
11.12.2009 · 18:01 Uhr
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