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Öl schießt nicht mehr aus dem Bohrloch

Arbeiten im Golf von MexikoGroßansicht
Washington (dpa) - Die provisorisch abgedichtete Ölquelle im Golf von Mexiko hält zunächst - und hält Amerikaner und Experten weiter in Atem. Bisher habe es keine Hinweise gegeben, dass durch den tonnenschweren Auffangzylinder auf dem ramponierten Bohrloch das Öl an anderer Stelle austrete.

Das sagte BP-Manager Kent Wells in der Nacht zum Samstag (MESZ). «Das ist eine gute Sache.» Zunächst sei alles nach Plan verlaufen. Allerdings beobachte man den Test sehr genau. Seit die meterhohe Vorrichtung am Donnerstagabend MESZ probeweise verschlossen wurde, ist es das erste Mal seit rund drei Monaten, dass kein Öl mehr aus dem außer Kontrolle geraten Bohrloch schießt. BP und die US-Regierung wollen nach ursprünglicher Planung 48 Stunden lang testen, ob das vier Kilometer lange Steigrohr im Meeresboden dem Druck standhält oder das Öl plötzlich an anderer Stelle austritt.

Nach BP-Angaben zahlte der Konzern bislang an mehr als 32 000 Geschädigte der Ölkatastrophe 201 Millionen Dollar (156 Millionen Euro) Entschädigung. Größte Gruppe seien Fischer und Garnelenfänger. Insgesamt seien 114 000 Anträge eingereicht worden. Bei mehr als 61 000 hätten jedoch die Angaben nicht ausgereicht.

Wells und der Einsatzleiter der US-Regierung, Admiral Thad Allen, deuteten allerdings an, dass der Testlauf der Abdichtung auch über die zunächst vorgesehenen 48 Stunden hinaus dauern könnte, die am Samstagabend MESZ vorüber wären. «Es ist keine Entscheidung gefallen, was nach dem Ende der 48 Stunden passieren soll», sagte der BP-Manager. Man werde alle sechs Stunden «ausgehend von den jeweiligen Bedingungen» über die nächsten Schritte befinden, so Allen. BP und die Einsatzleitung lassen zudem offen, ob das Loch tatsächlich dauerhaft mit dem Zylinder verschlossen werden soll.

Ingenieure prüfen während der provisorischen Abdichtung alle sechs Stunden den Druck in dem Bohrloch. Kletternde Werte bedeuten, dass die Abdichtung funktioniert. Am Freitag stieg der Druck zwar leicht, lag allerdings knapp unter der von den Fachleuten erhofften Höhe. Grund könne sein, dass bereits seit Monaten Öl aus der Quelle ströme und dadurch in dem immer leereren Reservoir der Druck generell sinke. Gehe man von dieser Annahme aus, entsprächen die Werte absolut den Berechnungen, erklärte Wells. Trete plötzlich das Öl aber an anderer Stelle, werde man «unverzüglich» die Quelle wieder öffnen.

Der taiwanesische Supertanker «A Whale» («Ein Wal») wird sich derweil nicht am Kampf gegen die schlimmste Ölpest der US-Geschichte beteiligen. Nach eingehender Prüfung durch Experten und die US-Küstenwache seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass das 340 Meter lange, umgebaute Schiff für die Bedürfnisse des Einsatzes «nicht ideal ausgestattet ist», teilte die Einsatzleitung der Regierung mit. Die Menge des während eines Testlaufs gesammelten Öls sei «vernachlässigenswert» gewesen. Von dem Supertanker hatte es geheißen, er könne durch zwölf am Bug befindliche Öffnungen fast 80 Millionen Liter Meerwasser täglich einsaugen, die dann im Bauch des Riesen gesäubert werden sollten.

Neue Website der am Einsatz beteiligten US-Behörden und Unternehmen

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Umwelt / USA
17.07.2010 · 11:17 Uhr
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