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Ökonomen fordern geordnete Insolvenz für Griechenland

Frankfurt/Main (dpa) - Eine Gruppe Wirtschaftsprofessoren hat sich hinter die von CDU und Opposition kritisierten Überlegungen von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zu Griechenland gestellt.

Sie seien «seit langem der Meinung, dass eine Staatsinsolvenz in Betracht gezogen werden sollte», heißt es in der Erklärung der Professoren, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Samstag) meldet.

«Wenn Deutschland bei seiner Politik der "Euro-Stabilisierung" eine Staatsinsolvenz eines Mitgliedslands nicht in Erwägung zieht, ist es durch die Gläubiger beliebig erpressbar», warnen die Ökonomen. Diese Politik der Bundesregierung provoziere eine ständige Erweiterung der Rettungsschirme und lenke den Euroraum in eine Transferunion.

Den Aufruf haben der frühere Vorsitzende der Monopolkommission, Carl-Christian von Weizsäcker, und Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn verfasst. Unterzeichnet haben sechzehn renommierte Ökonomen, darunter Kai Konrad, derzeit Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums, und Clemens Fuest, der frühere Vorsitzende des Beirats.

Auch der Sachverständigenrat hat die Bundesregierung aufgefordert, einen Plan B für einen Schuldenschnitt von 50 Prozent mit einer Gläubigerbeteiligung zu entwickeln. «Bei einer Verschuldungsquote von 160 Prozent halte ich es für aussichtslos, dass Griechenland seine Schulden bedienen kann. Eine Umschuldung ist unausweichlich», bekräftigte der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, gegenüber der Zeitung.

EU / Finanzen / Griechenland
16.09.2011 · 18:39 Uhr
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