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Occupy-Proteste eskalieren: Mindestens 245 Festnahmen

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New York (dpa) - Zum zweimonatigen Jubiläum der «Occupy Wall Street»-Bewegung ist es in New York zu heftigen, teilweise blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mindestens 245 Menschen wurden laut Medienberichten am Donnerstag festgenommen.

Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden verletzt. Die Nacht zum Freitag verlief aber ruhig und vor allem frostig. Ohne Decken und Zelte trotzen immer noch Hunderte im Freien der Kälte.

«Die meisten Demonstranten haben, in aller Fairness, Verantwortungsbewusstsein gezeigt», sagte Bürgermeister Michael Bloomberg bei einer Pressekonferenz am späten Donnerstagabend (Ortszeit), als er die leicht verletzten Polizisten im Krankenhaus besuchte. Die Beamten in Kampfmontur waren zum Teil hart gegen die Menge vorgegangen, als Demonstranten versuchten, die Metallabsperrungen am Zuccotti Park zu beseitigen. Einigen Polizisten soll von den Aktivisten eine brennende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein.

Am späten Abend hatte es bei einem «Sit-in», einer «Sitzbesetzung» am nahe gelegenen Foley Square direkt vor dem Gerichtsgebäude erneut Festnahmen gegeben. Weitere Aktionen am «Day of Action», dem «Tag der Aktion» verliefen friedlich. Die Menge zog durch die Stadt, besetzte U-Bahnstationen und Plätze, um mit Passanten zu diskutieren. In den späten Abendstunden liefen die Massen mit Lichtern und Plakaten über die Brooklyn Bridge.

Tausende Menschen waren nach Aufrufen über Netzwerke wie Facebook zum zweimonatigen Jubiläum der «Occupy Wall Street»-Bewegung in das Herz des New Yorker Finanzbezirks gekommen, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. «Wall Street, Our Street!» (Wall Street, Unsere Straße!) skandierten die Demonstranten. Viele von ihnen trugen weiße T-Shirts mit der Aufschrift «We are the 99 Procent». («Wir sind die 99 Prozent»).

Die Stimmung zwischen der Polizei und den Anhängern von «Occupy Wall Street» war diese Woche aufgeheizt worden, als die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Zuccotti Park vertrieben wurden. Bürgermeister Bloomberg hatte das Zeltlager in der Nacht zum Dienstag räumen lassen. Wie es mit der Bewegung weitergeht, ist immer noch nicht klar. Die Nächte in New York werden zunehmend kälter, geradezu frostig. «Ich bleibe hier und wenn ich erfriere», sagte ein Demonstrant, der die Nacht zum Freitag auf einer kalten Betonbank verbracht hatte, an die Schulter seines Nachbarn gelehnt.

«Occupy Wall Street» («Besetzt die Wall Street») kämpft seit September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. In den Augen der Demonstranten steht das berühmte Börsengebäude an der Wall Street als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite.

Proteste / Finanzen / USA
18.11.2011 · 17:26 Uhr
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