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Obama würdigt Kampf gegen Nazi-Regime

Barack Obama und Nicolas SarkozyGroßansicht
Paris (dpa) - 65 Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie hat US-Präsident Barack Obama am Samstag der im Kampf gegen das deutsche Nazi-Regime gefallenen Soldaten gedacht.

Am Jahrestag des Beginns der «Operation Overlord» an der französischen Nordatlantik-Küste traf sich Obama mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy sowie den Premierministern aus Großbritannien und Kanada zu einer Gedenkfeier auf einem US-Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. Auch Englands Thronfolger Prinz Charles, US- Schauspieler Tom Hanks und Regisseur Steven Spielberg sowie mehr als 1000 Veteranen zählten zu den Gästen der Zeremonie. Von Spielberg stammt der Oscar-gekrönte Kinofilm «Der Soldat James Ryan», der von der Landung der Alliierten in der Normandie handelt. Hanks spielt in dem Streifen die Hauptrolle.

In seiner Rede würdigte Obama den Kampf gegen das «bösartige» Nazi-Regime als unverzichtbar. Der Krieg sei nicht nur eine Auseinandersetzung um widersprüchlichen Interessen gewesen. Es sei um eine konkurrierende Vision von Menschlichkeit gegangen. «Die Nazi-Ideologie versuchte zu unterjochen, zu demütigen und auszurotten», sagte der US-Präsident. Die Veteranen erinnerten daran, dass die Zukunft nicht vom puren Zufall oder den Umständen gestaltet werde. «Die Tapferkeit und Selbstlosigkeit von einigen wenigen war imstande, den Verlauf eines ganzen Jahrhunderts zu ändern.»

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sagte: «Dieser Tag markiert den Triumph des Richtigen über das Falsche, von Wahrheit über Lüge, den Sieg von menschlichem Anstand über Hass und den Holocaust.» Sarkozy erinnerte an die vielen tausend Opfer. «Wir werden sie nie vergessen.» Neben Soldaten aus den USA waren auch Truppen aus Großbritannien und Kanada an der Landung der Alliierten beteiligt. Sie gilt als eine der größten der Weltgeschichte und leitete an der Westfront die militärische Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg ein. Bei dem Angriff kamen tausende Menschen ums Leben. Allein auf dem US-Soldatenfriedhof von Colleville-sur-Mer sind mehr als 9000 Tote begraben.

Für US-Präsident Obama war die Gedenkfeier in der Normandie die letzte offizielle Etappe seiner Europareise, die ihn am Freitag für einen Tag auch nach Deutschland geführt hatte. Nach der Zeremonie in Nordfrankreich wollte der Präsident in Paris mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern noch einige Zeit privat verbringen. Am Freitagabend hatte Michelle Obama mit ihren Kindern bereits den Eiffelturm besichtigt. Sie wollte bis Montag in Paris bleiben, während mit Barack Obamas Rückflug in die USA bereits am Sonntag gerechnet wurde.

Um die Gedenkfeier in Colleville-sur-Mer hatte es zuvor erheblichen diplomatischen Ärger gegeben. Sie war von Frankreich ursprünglich nur als französisch-amerikanische Veranstaltung geplant worden. Als der Besuch Obamas in der Normandie bekannt wurde, wollten jedoch auch andere Staats- und Regierungschefs in die Normandie reisen. Frankreich entschied sich letztlich, auch Vertreter aus Großbritannien und Kanadas Premier Stephen Harper einzuladen. Eine Gedenkfeier mit noch mehr Gästen wäre in der Kürze der Zeit nicht zu organisieren gewesen, hieß es aus dem Élysée. Zudem war bei der Einladung Großbritanniens zunächst das Königshaus vergessen worden. Darin sahen manche britische Medien einen Affront gegen Königin Elizabeth II.

Vor der Gedenkfeier auf dem Friedhof hatten sich Obama und Sarkozy zu einem kurzen bilateralen Gespräch in der Präfektur von Caen getroffen. Obama betonte anschließend, dass er die ablehnende Haltung Sarkozys zum EU-Beitritt der Türkei nicht teile. «Ich denke, die Türkei ist ein enorm wichtiger Alliierter», sagte Obama. Die Türken seien an einer stärkeren Einbindung in Europa interessiert. «Ich würde das unterstützen», sagte Obama. Sarkozy hatte sich im EU-Wahlkampf immer wieder gegen ein EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen.

International / USA / Nahost / Saudi-Arabien
06.06.2009 · 18:55 Uhr
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