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Obama und Karsai demonstrieren Einigkeit

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Washington (dpa) - Nach erheblicher Misstimmung zwischen Washington und Kabul demonstrieren US-Präsident Barack Obama und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai wieder Einigkeit.

Beide räumten am Mittwoch nach einem Treffen im Weißen Haus ein, dass es Reibereien gegeben habe und auch weiterhin Differenzen geben werde. Dies ändere aber nichts an ihrer «strategischen Partnerschaft» im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban und mit ihnen verbündete Al-Kaida- Terroristen.

Obama wies bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Karsai auf Fortschritte in Afghanistan hin, er warnte aber zugleich, dass noch große Herausforderungen zu bewältigen seien. «Es wird Auf und Ab gehen», sagte der US-Präsident. «Es wird in den nächsten Monaten einige harte Kämpfe geben.»

Obama bekräftigte seine Absicht, im Sommer 2011 mit dem Rückzug der US-Soldaten zu beginnen. «Dies bedeutet aber nicht, dass wir dann mit Afghanistan abgeschlossen haben», sagte der Präsident, der die US-Truppen am Hindukusch zunächst aufstockt: Die Soldatenzahl soll bis zum August auf 98 000 steigen.

Nach dem schweren Spannungen in den vergangen Wochen ist Karsai auf Versöhnungsbesuch in den USA. Zeitweise war in Washington sogar erwogen worden, die Visite abzublasen. In der US-Regierung werde Karsai als «launenhaft» empfunden, schreibt die «New York Times». Andererseits wolle Washington Karsai nicht mehr öffentlich zusetzen und drängen, heißt es.

Die USA hatten Karsai zuvor öffentlich gerüffelt, Korruption und Drogenhandel nicht energisch zu bekämpfen. Karsai reagierte darauf persönlich verärgert und behauptete, der Westen stecke hinter den Fälschungen bei der umstrittenen Präsidentenwahl im vergangenen Jahr.

«Es gibt Zeiten, in denen wir offen miteinander reden», meinte Karsai nun in Washington. Dies ändere aber nichts an den Gemeinsamkeiten. Obama signalisierte vorsichtig, dass man auf weitere Fortschritte im zivilen Aufbau hoffe.

Beide Seiten waren sich einig, dass man nicht allein auf eine «militärische Lösung» setzen könne. Obama rief Kabul unter anderem zu internen Friedensbemühungen auf. Die Regierung solle «die Tür für diejenigen Taliban öffnen, die ihre Verbindungen mit Al-Kaida gekappt haben, der Gewalt abschwören und die afghanische Verfassung achten».

Obama sagte seinem Gast aus Kabul auch, dass dieser weiterhin auf die Unterstützung Großbritanniens bauen könne. Der neue britische Regierungschef David Cameron habe ihm in einem Telefonat zugesichert, dass er der Afghanistan-Strategie verpflichtet sei, schilderte Obama.

Konflikte / USA / Afghanistan
13.05.2010 · 11:56 Uhr
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