News
 

Obama spricht vor UN - Protest gegen Ahmadinedschad

Blick in eine UN-Vollversammlung. (Archivbild)Großansicht
New York (dpa) - Auftakt der UN-Generaldebatte: Auf gleich drei Redner richtet sich heute das Augenmerk zu Beginn der fünftägigen UN-Generalversammlung.

Mit Spannung wird in New York die erste Rede von US-Präsident Barack Obama vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen erwartet. Der Präsident hatte nach seinem Amtsantritt zugesagt, das jahrelang gespannte Verhältnis der USA zu der Weltorganisation wieder zu verbessern.

Bereits im Vorfeld hat der Auftritt des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad Protest hervorgerufen. Ahmadinedschad hatte erst kürzlich erneut den Holocaust geleugnet. Israel hat zu einem Boykott seiner Rede aufgerufen. Staatspräsident Schimon Peres nannte den iranischen Präsidenten am Dienstag «einen der bösartigsten und schlimmsten Menschen der Gegenwart». Deutschland bereitet eine harte Reaktion auf mögliche antisemitische Äußerungen Ahmadinedschads vor. Sollte der iranische Präsident erneut den Holocaust leugnen oder sich antisemitisch äußern, wollen die deutschen Diplomaten den Saal verlassen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Dienstagabend in Berlin: «Wir bemühen uns um eine einheitliche Linie in der EU.»

Auch die Rede des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi nach Obamas Auftritt dürfte für Aufsehen sorgen - nicht zuletzt wegen des begeisterten Empfangs des von Schottland begnadigten Lockerbie-Attentäters in dessen libyscher Heimat. Libyen hat in diesem Sitzungsjahr turnusgemäß den Vorsitz. Die libysche Nachrichtenagentur JANA hatte berichtet, der Revolutionsführer wolle der Generalversammlung radikale Vorschläge zu unterbreiten. Gaddafi werde sich dafür aussprechen, den kleinen Staaten genauso viel Macht einzuräumen wie den Großmächten.

Nach amerikanischen Medienberichten hat der libysche Staatschef inzwischen endlich einen Platz gefunden, sein berühmtes Beduinenzelt aufgeschlagen. Ausgerechnet auf einem Anwesen, das zum Imperium des amerikanischen Immobilienmoguls Donald Trump gehört, habe Gaddafi mit dem Aufbau eines Zeltes begonnen, berichtete der US-Fernsehsender ABC. Ob er darin wirklich schlafen werde, sei noch offen. Mehrfach hatten Anwohner bereits verhindert, dass der umstrittene Staatschef sein Zelt in ihrer Nähe aufschlägt.

Die fünftägige Generaldebatte ist eine offene Aussprache zwischen den Staats- und Regierungschefs oder Außenministern aller 192 Mitgliedsländer. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt wegen der Bundestagswahl dieses Jahr nicht teil. Deutschland wird vom New Yorker UN-Botschafter und einem Staatssekretär vertreten.

UN / Generaldebatte
23.09.2009 · 16:13 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
25.09.2017(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen