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Obama redet Schwarzen ins Gewissen

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Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen von Schwarzen in den USA verurteilt. «Machen wir uns nichts vor: Die Schmerzen der Diskriminierung sind in Amerika noch immer zu spüren.»

Das sagte der erste schwarze US-Präsident zum 100-jährigen Bestehen der Bürgerrechtsorganisation NAACP. Zugleich rief er aber die Afro-Amerikaner in einer leidenschaftlichen Rede dazu auf, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sich mehr anzustrengen und gesellschaftlichen Aufstieg anzustreben.

«Euer Schicksal liegt in Eurer Hand, es gibt keine Entschuldigung», sagte er unter dem Jubel der Zuschauer am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York. Es war die erste große Rede Obamas zum Thema Rassendiskriminierung in den USA seit seiner Amtsübernahme im Januar.

Am schlimmsten sei es, dass sich viele Schwarze mit ihrem Status als Bürger zweiter Klasse abgefunden und diese Rolle verinnerlicht hätten. «Wir brauche eine neue Mentalität, eine neue Haltung», forderte Obama. Schwarze müssten sich selbst aus der Opferrolle befreien. Eltern müssten sich etwa darum kümmern, dass ihre Kinder in der Schule Erfolg hätten. «Niemand hat das Schicksal für Euch vorgezeichnet. Euer Schicksal liegt in Euren Händen, vergesst das nicht.»

«Der amerikanische Traum muss für alle gelten», meinte Obama. Es gebe aber nach wie vor keine Chancengleichheit der Rassen. Trotz zahlreicher Fortschritte «wissen wir, dass zu viele Barrieren nach wie vor bestehen», sagte Obama. So hätten Afro-Amerikaner immer noch deutlich härtere Lebensbedingungen als Weiße. Sie hätten schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, landeten häufiger im Gefängnis und hätten ein größeres Risiko, sich mit Aids zu infizieren. Vor allem seien aber die Bildungschancen von Schwarzen deutlich geringer als die der Weißen.

Präsident / Minderheiten / USA
17.07.2009 · 13:18 Uhr
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