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Obama nach Besuch in Buchenwald tief bewegt

US-Präsident Obama, Bundeskanzlerin Merkel sowie die ehemaligen Häftlinge Elie Wiesel (r.), und Bertrand Herz (l.) in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.Großansicht
Weimar (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat nach seinem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar ein Signal gegen das Vergessen gesetzt. «Wir müssen wachsam sein, dass so etwas nie wieder passiert», sagte er am Freitag.

Die Erinnerung an den Terror müsse in der Welt wachgehalten werden. Er werde nicht vergessen können, was er in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslager gesehen habe. Der Ort sei immer noch voller Schrecken und der Beweis dafür, dass die Leugnung des Holocaust nicht richtig sei. Obama dankte dem deutschen Volk für seinen Umgang mit der Vergangenheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: «Ich verneige mich vor den Opfern.» Die Erinnerung an den Zivilisationsbruch des Massenmordes an den Juden sei Teil der deutschen Staatsräson geworden. Aus der Geschichte erwachse die Verpflichtung, gegen Terror, Extremismus und Antisemitismus einzutreten und sich für Frieden, Freiheit und Demokratie einzusetzen.

Obama hatte gemeinsam mit der Bundeskanzlerin und den beiden Buchenwald-Überlebenden Elie Wiesel und Bertrand Herz das ehemalige Konzentrationslager besucht. Am einstigen Appellplatz und im sogenannten «kleinen Lager», das auch als «Hölle von Buchenwald» bekannt ist, legte er weiße Rosen nieder. In dem Konzentrationslager bei Weimar waren zur Zeit des Nationalsozialismus 250 000 Häftlinge untergebracht. 56 000 von ihnen starben.

Ein Bruder von Obamas Großmutter gehörte im April 1945 zu den US-Soldaten, die einen Teil des damaligen Konzentrationslagers befreiten. Obama sagte, er werde das, was er in Buchenwald gesehen habe, nicht vergessen können. Der Ort sei immer noch voller Schrecken und der Beweis dafür, dass die Leugnung des Holocaust nicht richtig sei. Die Erinnerung müsse wachgehalten werden.

Merkel sagte, die Erinnerung an den «Zivilisationsbruch» des Massenmordes an den Juden sei Teil der deutschen Staatsräson geworden. Zur Erinnerung gehöre auch, an die großen Opfer und den «Blutzoll» anderer Länder bei der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zu denken. Das Gedenken an die Toten von Buchenwald schließe die Erinnerung an die tausenden von Toten des sowjetischen Speziallagers ein, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg an den Strapazen unmenschlicher Haftbedingungen gestorben seien. Aus der Geschichte erwachse die Verpflichtung, gegen Terror, Extremismus und Antisemitismus einzutreten und sich für Frieden, Freiheit und Demokratie einzusetzen.

Der Friedensnobelpreisträger und Buchenwald-Häftling Elie Wiesel sagte, die Welt habe nach Buchenwald ihre Lektion nicht gelernt. Er und andere Überlebende hätten gehofft, dass Hass und Rassismus danach keinen Platz mehr hätten. «Paradoxerweise hatte ich große Hoffnungen», sagte Wiesel, der Obama und Merkel auf dem Gang durch die KZ-Gedenkstätte begleitet hatte. Kambodscha, Ruanda und Bosnien hätten gezeigt, dass die Menschen diese Lektion noch nicht gelernt hätten. Die Überlebenden setzten große Hoffnungen auf Obama und seinen moralischen Anspruch.

www.buchenwald.de

International / Deutschland / USA
05.06.2009 · 16:55 Uhr
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