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Obama: "Krieg manchmal notwendig"

Barack Obama während seiner Rede bei der Preisverleihung in Oslo.
Oslo (dpa) - Mehrere tausend Menschen haben Donnerstagabend in Oslo nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama gegen den Krieg in Afghanistan demonstriert. Gleichzeitig jubelten mehrere Tausend Menschen dem US-Präsidenten vor seinem Hotel in der Innestadt von Oslo zu.

Obama und seine Frau Michell traten am Rande eines Banketts in Abendgarderobe auf einen Balkon und winkten ihren Fans zu, die unzählige Fackeln entzündet hatte.

Obama hatte bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises den Krieg in Afghanistan verteidigt und den Einsatz von Gewalt für zeitweise unumgänglich erklärt. «Krieg ist manchmal notwendig», sagte er. «Wir müssen die harte Wahrheit anerkennen, dass wir während unseres Lebens gewaltsame Konflikte nicht ausmerzen werden», sagte der US-Präsident in seiner Dankesrede. Obama würdigte zwar gewaltlose Aktionen wie die von Mahatma Gandhi oder Martin Luther King. «Aber als Staatsoberhaupt, das geschworen hat, meine Nation zu schützen und zu verteidigen, kann ich mich nicht nur von deren Beispiel leiten lassen.»

In der Innenstadt demonstrierten am Abend mehrere tausend Menschen gegen den Afghanistan-Krieg. Einige Demonstranten forderten auf Transparenten: «Yes we can - stop the war in Afghanistan.» Andere verlangten ein Verbot von Atomwaffen, den Stopp der Blockade des Gazastreifens und ein Ende des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten.

Die Vergabe des Preises an den US-Präsidenten, der gerade zusätzliche 30 000 Soldaten an den Hindukusch schickt, war in den USA und international auch auf Kritik gestoßen. Das Nobelkomitee hatte die mit umgerechnet knapp einer Million Euro dotierte Auszeichnung für den US-Präsidenten mit dessen «außergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern» begründet. Hervorgehoben wurde insbesondere Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen.

Während der Zeremonie im Rathaus von Oslo, an der auch Norwegens König Harald V. und Königin Sonja teilnahmen, verteidigte das Nobel- Komitee noch einmal die Auszeichnung für den US-Präsidenten, der in Afghanistan und im Irak Krieg führt. Der Vorsitzende des Komitees, Thorbjörn Jagland, sagte, Obama selbst habe den Preis als einen «Aufruf zum Handeln» bezeichnet. «Präsident Obama hat das norwegische Nobel-Komitee perfekt verstanden», sagte Jagland.

Obama hatte sein Besuchsprogramm auf gut 24 Stunden gekürzt und hatte einige Termine gestrichen, um sich zwischendurch um die Amtsgeschäfte kümmern zu können. Der US-Präsident kehrt am heutigen Freitag wieder nach Washington zurück.

Nobelpreise / International / Wissenschaft / Literatur
11.12.2009 · 07:43 Uhr
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