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Obama kommt nach Dresden, Buchenwald und Landstuhl

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Berlin (dpa) - Nach langem Rätselraten steht das Programm für den zweiten Deutschland-Aufenthalt von US-Präsident Barack Obama Ende dieser Woche nun endgültig fest.

Am Freitag (5.6.) wird das amerikanische Staatsoberhaupt neben Dresden und dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar auch das US-Militärhospital in Landstuhl in der Pfalz besuchen. Das bestätigte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einen Abstecher nach Weimar selbst, der auch im Gespräch war, wird es hingegen aus Zeitgründen nicht geben.

Obama soll am späten Donnerstagabend in Dresden ankommen. Am Freitag ist in der sächsischen Landeshauptstadt zunächst ein kulturelles Programm vorgesehen. Dazu müssten noch Details geklärt werden, hieß es. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird im Anschluss mit Obama ein längeres Gespräch führen, an das sich eine gemeinsame Pressekonferenz anschließt, sagte Wilhelm.

Auch nach Buchenwald wird die Kanzlerin den Planungen zufolge ihren Gast begleiten. Das Militärhospital Landstuhl, in dem unter anderem im Irak und Afghanistan verletzte US-Soldaten versorgt werden, wird Obama hingegen allein aufsuchen.

Nach dpa-Informationen hatte es in den vergangenen Wochen zwischen amerikanischer und deutscher Seite intensive Verhandlungen über das Programm gegeben. Die Amerikaner hatten dabei den Besuch in Buchenwald vorgeschlagen. Ein Großonkel Obamas war als US-Soldat 1945 an der Befreiung eines der Außenlager von Buchenwald beteiligt gewesen.

Der Wunsch Obamas soll aber auch durch Gespräche mit dem Friedensnobelpreisträger und Schriftsteller Elie Wiesel geweckt worden sein. Der aus Rumänien stammende Wiesel gehörte 1945 zu den jüdischen Insassen, die aus dem Konzentrationslager noch befreit werden konnten. Voraussichtlich wird Wiesel, der sich in seinen Werken mit der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten auseinandergesetzt hat, an dem Besuch teilnehmen, hieß es. Merkel hatte den heute 80-Jährigen 2006 in New York kennengelernt.

Bei dem Besuch ist auch eine Begegnung mit weiteren Überlebenden der Holocausts geplant. Der Onkel von Obamas Mutter war Mitglied des 354. Infanterieregiments der 89. Infanteriedivision, das das Außenlager des KZ Buchenwald in Ohrdruf bei Gotha am 5. April 1945 befreite. Die Nazis hatten von 1937 bis 1945 mehr als 250 000 Menschen aus ganz Europa in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Etwa 56 000 Häftlinge starben an den unmenschlichen Bedingungen, bei der Zwangsarbeit oder wurden getötet.

Obama wird aus Kairo nach Deutschland kommen. Dort ist eine Rede an die Mulime in aller Welt geplant. Trotz der geografischen Nähe zu Ägypten verzichtet Obama auf seiner Tour auf einen Abstecher nach Israel. Hintergrund sind Differenzen zwischen der US-Regierung und der neuen israelischen Regierung von Benjamin Netanjahu über den weiteren Nahost-Friedensprozess. Mit seinem Besuch in Buchenwald will Obama dennoch seine Verbundenheit mit den Juden weltweit demonstrieren, hieß es.

Obama hatte Anfang April Deutschland zum ersten Mal nach seiner Wahl besucht. Merkel empfing ihn in Baden-Baden kurz vor dem Nato- Gipfel zu einem kurzem Treffen. Obama hatte Deutschland danach als einen der wichtigsten Bündnispartner der USA bezeichnet. Der US- Präsident wird im Anschluss an den Deutschland-Aufenthalt nach Frankreich reisen, wo er an Feiern zum 65. Jahrestag der Alliierten- Landung in der Normandie teilnehmen wird.

Präsident / Deutschland / USA
31.05.2009 · 16:35 Uhr
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