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Obama hält trotz Gewalt am Irak-Abzug fest

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Washington/Hamburg (dpa) - Ungeachtet der Welle der Gewalt im Irak hält US-Präsident Barack Obama an seinen Rückzugsplänen fest.

Nach sieben Jahren Krieg seien die US-Soldaten jetzt dabei, ihre Kampfmission zu beenden, bekräftigte Obama am Samstag. Zwar würden US-Soldaten weiterhin irakische Truppen ausbilden und sie im Anti-Terror-Kampf unterstützen.

«Aber das Resultat ist: Der Krieg geht dem Ende zu», sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. «Und Ende nächsten Jahres werden alle unsere Soldaten zu Hause sein». Dagegen äußerte sich Iraks ehemaliger Ministerpräsident Ijad Allawi kritisch zum Abzug der Amerikaner.

Offiziell enden die Kampfeinsätze der Amerikaner am Dienstag (31. August). Dann wird Obama eine feierliche Rede an die Nation halten (Mittwoch 0200 MESZ). Allerdings bleiben zunächst rund 50 000 amerikanische Soldaten im Irak.

Unterdessen wurden nach Angaben des US-Militärs am Samstag vier mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak bei gemeinsamen Operationen von US-Soldaten und irakischen Sicherheitskräften festgenommen. Zwei Verdächtige, die für die Finanzierung und Planung von Terroranschlägen verantwortlich sein sollen, habe man in der nordirakischen Stadt Kirkuk festgenommen, zwei mutmaßliche Bombenbauer in einem Vorort der Hauptstadt Bagdad.

In den vergangenen Tagen wurde der Irak von einer Terrorwelle erschüttert, bei der mehr als 70 Menschen starben. Das US-Außenministerium meint allerdings, die Eskalation der Gewalt sei keine Überraschung, insgesamt nehme die Stabilität im Lande aber zu.

Der ehemalige irakische Regierungschef befürchtet, dass es nach dem offiziellen Ende des US-Kampfeinsatzes zu einem Rückfall in die blutigen Jahre 2006 und 2007 kommt. «In den sieben Jahren, in denen sie (die US-Truppen) hier waren, haben wir für uns selbst nichts erreicht», sagte Allawi in einem Interview des Nachrichten-Magazins «Der Spiegel».

Zugleich meinte Allawi, dass es mit «sehr hoher Wahrscheinlichkeit» einen Krieg um das iranische Atomprogramm kommen könnte. «Überall in der Region herrscht Angst, auch in Amerika, auch in Iran», sagte Allawi «Wir steuern auf eine Lage zu, die beinahe der Kuba-Krise von 1962 gleicht», meinte er. Die internationale Staatengemeinschaft dürfe den Gesprächsfaden mit Teheran aber nicht abreißen lassen, sondern müsse versuchen, «zu sehen und zu spüren, wo Irans Ängste liegen».

Allawi, der von 2004 bis 2005 irakischer Ministerpräsident war, ging aus der Parlamentswahl im März als knapper Sieger hervor, konnte bislang aber keine Regierung bilden.

Konflikte / USA / Irak
29.08.2010 · 18:51 Uhr
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