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Obama gegen BP - Präsident rechnet mit langem Kampf

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Washington/London (dpa) - US-Präsident Barack Obama, ansonsten chronisch optimistisch, hat vor Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Ölpest gewarnt. Zwar gebe es Fortschritte, wenigstens einen Bruchteil des ausströmenden Öls im Golf von Mexiko aufzufangen.

Aber: «Es ist viel zu früh, um optimistisch zu sein.» Zugleich griff er BP an. Einerseits mache der britische Ölriese zehn Milliarden Dollar Profit im Jahr, andererseits zeige er sich bei Schadensersatz-Zahlungen an US-Fischer kleinlich, sagte Obama bei einem Besuch im Krisengebiet am Freitag (Ortszeit). So forsch attackierte bisher noch kein US- Präsident «Big Oil», die mächtige Ölindustrie.

Unterdessen schafften es BP-Ingenieure zwar, einen Auffangtrichter über der Ölquelle in 1500 Meter Tiefe zu platzieren. Allerdings gelang es bis zum Samstag lediglich, einen Teil des ausströmenden Öls auf ein Schiff abzuleiten. Admiral Thad Allen von der US-Küstenwache sagte am Samstag, in 24 Stunden seien rund 620 Tonnen aufgefangen worden. Diese Menge könne aber in den nächsten Tagen erhöht werden. Wie viel Öl täglich ausfließt, ist nach wie vor unklar. Forscher der US-Geologiebehörde schätzen, dass es jeden Tag bis zu 3400 Tonnen sein könnten.

Der von der Ölpest gebeutelte BP-Konzern versucht, mit einer Neuorganisation im eigenen Haus den Schaden zu begrenzen. BP will die Bekämpfung der Ölpest in eine neu zu gründende, eigenständige Organisation auslagern. Dort sollen alle Maßnahmen, die mit dem Sinken der Bohrinsel «Deepwater Horizon» vor sechs Wochen zusammenhängen, gebündelt werden, kündigte BP-Chef Tony Hayward an. So solle gewährleistet werden, dass die Geschäfte des Unternehmens ungestört weiterlaufen können. Chef der neuen Organisation werde BP- Top-Manager Robert Dudley. Dadurch könnte Hayward aus der Schusslinie gebracht werden, der durch diverse fragwürdige TV-Auftritte in Verruf geraten war, hieß es in den USA.

Die Verschmutzung geht unterdessen immer weiter: Am Wochenende waren auch Touristenstrände in Florida betroffen. Es seien aber noch keine Strände geschlossen worden, berichteten US-Medien. Das geschehe erst, wenn die Gesundheit der Menschen gefährdet sei. Bisher würden aber vor allem Teerklumpen an Land gespült.

Obama - der wegen der Ölpest selbst erheblich unter Druck steht - besuchte zum dritten Mal die Region, in der tausende Fischer keine Fangzüge mehr machen können. Er sprach von den Milliarden-Gewinnen des Konzerns, von der PR-Kampagne, die dutzende Millionen Dollar verschlinge. Dann sprach er Tacheles: «Was ich nicht hören will, wenn sie für so etwas viel Geld ausgeben (...), ist, dass sie bei den betroffenen Fischern und kleinen Unternehmen hier am Golf auf jeden Cent achten.»

US-Medien berichteten, Fischer in Louisiana, dem bisher am schlimmsten betroffenen Bundesstaat, hätten von BP bislang lediglich einen Scheck über 5000 Dollar bekommen. Dies sei aber viel zu wenig, es reiche nicht einmal, um die wichtigsten Kosten zu decken. Zugleich mehren sich Berichte, wonach BP auch beim Einsatz von Ölsperren geize, die das Anschwemmen der braun-schwarzen Brühe verhindern sollen.

BP versucht, mit seiner PR-Kampagne gegenzusteuern und das schwer beschädigte Image aufzupolieren. «We will get it done», heißt es etwa in ganzseitigen Zeitungsanzeigen, «Wir werden es schaffen». Kleiner gedruckt heißt es dann: «Die Ölpest ist eine Tragödie, die niemals hätte passieren dürfen.»

Schwer unter Beschuss geraten ist Hayward auch persönlich - nachdem er in TV-Sendungen unter anderem über seinen Stress durch die Ölpest geklagt hatte. «Ich will mein Leben zurück», sagte Hayward. Später musste er sich bei den Angehörigen der elf Arbeiter entschuldigen, die bei der Explosion der «Deepwater Horizon» ums Leben kamen. Die Explosion der Bohrinsel hatte am 20. April die Katastrophe ausgelöst.

Website der am Einsatz beteiligten US-Behörden und Unternehmen

Umwelt / USA
05.06.2010 · 18:47 Uhr
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