News
 

Obama: Atomgespräche mit Iran waren «konstruktiv»

Said DschaliliGroßansicht
Genf (dpa) - Nach den ersten Atomgesprächen zwischen dem Iran und Vertretern der fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschlands seit mehr als einem Jahr keimt Hoffnung auf Annäherung. US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Gespräche als «konstruktiv».

Nun müssten aber seitens des Irans Taten folgen. Die Geduld der USA sei «nicht unbegrenzt», sagte der Präsident in Washington. Irans Atomunterhändler Said Dschalili erklärte, der Iran werde internationale Beobachter zulassen und die Vorlschriften der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einhalten.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana sagte nach der ersten Verhandlungsrunde in Genf, die Gespräche sollen fortgesetzt werden. Am Rande der Beratungen war es erstmals seit 30 Jahren zu einer offiziellen diplomatischen Begegnung zwischen Vertretern der USA und des Irans gekommen. Einzelheiten zu dem halbstündigen Treffen zwischen dem amerikanischen Unterhändler William Burns und dem iranischen Unterhändler Said Dschalili wurden zunächst nicht bekannt.

Die sechs Länder und der Iran hätten sich bei den Atomberatungen darauf verständigt, Vorbereitungsgespräche für eine weitere Begegnung noch im Oktober zu führen, sagte Solana. Dazu gehörten auch Unterredungen zwischen ihm und dem iranischen Delegationsleiter Dschalili. Dschalili sprach von «guten Beratungen». Der Iran hoffe, dass sie fortgesetzt würden und in einem Rahmenabkommen zur Lösung der anstehenden Probleme mündeten.

Solana erklärte weiter, der Iran habe die volle Kooperation mit der Atomenergiebehörde angekündigt, er werde auch Beobachter in seine zweite Anlage zur Anreicherung von Uran zu lassen. Dazu würden in den kommenden zwei Wochen Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA eingeladen. IAEA-Chef Mohammed El Baradei werde bereits in den nächsten Tagen in den Iran reisen, sagte eine Sprecherin seiner Behörde in Wien.

Das Treffen in Genf hat auch Fortschritte im Bemühen der fünf Vetomächte und Deutschlands hinsichtlich der Möglichkeit gebracht, Uran außerhalb des Landes anzureichern. Der Iran habe der Möglichkeit grundsätzlich zugestimmt, Uran in Frankreich und Russland anreichern zu lassen - unter anderem für medizinischen Zwecke. Auf diese Weise würde sichergestellt, dass das nukleare Material nicht militärisch genutzt werden kann.

Der Iran wird vom Westen verdächtigt, sich über sein Atomprogramm unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung Material für den Bau einer Atombombe zu beschaffen. Teheran streitet dies vehement ab. «Jedes Land hat das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie. Dafür werden wir weiter kämpfen», sagte Dschalili in Genf. Zu diesem Thema soll am 18. Oktober am Sitz der IAEA in Wien gesprochen werden. US- Präsident Obama betonte in seinem Statement in Washington mehrmals das Recht des Iran auf die friedliche Nutzung von Nukleartechnik.

An den Gesprächen mit dem Iran, die zuletzt vor 14 Monaten stattgefunden hatten, hatten die USA erstmals als offizieller Partner teilgenommen. Solana sagte, das sei besonders wichtig gewesen. Die Unterredungen mit dem Iran hatten in einer «geschäftsmäßigen Atmosphäre» begonnen, wie die Sprecherin Solanas sagte. Der EU-Außenbeauftragte vertrat zunächst die Entsandten der fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrates sowie Deutschlands (5+1) und sprach direkt mit Dschalili. Dann habe es neben gemeinsamen Gesprächen auch mehrere Einzelbegegnungen gegeben, sagte Solana.  

Zuvor hatte ein US-Delegierter erklärt, es sei wichtig zu wissen, dass es die Aufgabe der Sechsergruppe sei, sich auf die Atomfrage zu konzentrieren. Die Regierung um den erzkonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, sie wolle über diese Frage nur noch mit der Atomenergiebehörde verhandeln. Bei den Gesprächen mit den 5+1 wolle man nur über die Lösungen für «globale Herausforderungen» sprechen.

Konflikte / Atom / Iran
01.10.2009 · 22:48 Uhr
[2 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
29.03.2017(Heute)
28.03.2017(Gestern)
27.03.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen