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Notenbanken-Aktion treibt Dax weit über 6000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Die konzertierte Aktion der weltweit wichtigsten Notenbanken hat am Mittwoch ein Kursfeuerwerk am deutschen Aktienmarkt ausgelöst.

Mit einem kräftigen Aufschlag von 4,98 Prozent auf 6088,84 Punkte ging der zunächst schwach in den Handel gestartete Dax auf dem höchsten Stand seit Anfang November aus dem Handel. Er legte um fast 300 Punkte zu und passierte so spielend die Marke von 6000 Punkten. Die Verluste von bis zu 12 Prozent aus zuvor neun schwachen Tagen hat er damit seit Freitag wieder mehr als wett gemacht. Der MDax rückte um 4,70 Prozent auf 9017,05 Punkte vor und der TecDax gewann 2,93 Prozent auf 704,84 Punkte.

«Der Markt feiert die gemeinsame Aktion der Notenbanken mit einem wahren Kursfeuerwerk», sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Zentralbanken Großbritanniens, Japans, Kanadas und der Schweiz hatten am Mittwoch in einer abgestimmten Aktion auf anhaltende Spannungen an den internationalen Geldmärkten reagiert. Die Aktion zielt darauf ab, die Liquidität in dem zurzeit angespannten globalen Banken- und Finanzsystem zu erhöhen. Bereits am Mittag hatte die Notenbank Chinas an den Märkten für einen Richtungswechsel ins Plus gesorgt. Sie hatte erstmals seit drei Jahren den Satz, den die Geschäftsbanken als Mindestreserve bei ihr hinterlegen müssen, gesenkt. Obendrein stützten am Nachmittag gute Wirtschaftsdaten aus den USA die Kurse.

Im Dax notierten sämtliche 30 Werte im Plus. Die klaren Favoriten waren dabei die zyklischen Aktien aus den Industriesektoren. An der Spitze des Dax verbuchten ThyssenKrupp einen Aufschlag von 7,54 Prozent, dicht gefolgt von den Titeln von HeidelbergCement mit plus 7,38 Prozent. BASF, Bayer, Volkswagen und MAN stiegen zwischen 6,4 und 6,9 Prozent. Aktien aus den defensiven Gesundheits- und Pharmasektoren wie etwa Fresenius Medical Care oder Merck waren dagegen mit einem vergleichsweise kleinen Plus von knapp unter 2,5 Prozent am Indexende zu finden.

Insbesondere aber standen die Bankentitel im Blick. Nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) haben die Währungshüter mit der konzertierten Aktion einer drohenden Bankenkrise vorgebeugt. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen 6,18 Prozent auf 28,615 Euro und konnten damit die frühen Sorgen um die Kreditwürdigkeit abschütteln. S&P hatte am Vorabend das Rating zahlreicher Banken aus Europa und den USA abgestuft und im Zuge dessen den Ausblick für die Bonität des deutschen Marktführers gesenkt. Die Anteilsscheine der Commerzbank verbuchten den sechsten Gewinntag in Folge. Sie schlossen 4,12 Prozent höher bei 1,389 Euro. Aus dem MDax schnellten die Titel der Aareal Bank sogar um etwas mehr als 10 Prozent hoch.

Ansonsten standen an diesem Tag nur wenige weitere Einzelwerte im Blickfeld. Aktien von Wacker Chemie waren mit minus 0,52 Prozent der einzige Verlierer im MDax, nachdem die Experten von Goldman Sachs ihre Einschätzung für die Titel um gleich mehrere Stufen gesenkt hatten. Die Papiere von GSW Immobilien legten dagegen nach «unspektakulär» beurteilten Neunmonatszahlen um 5,18 Prozent zu. Rheinmetall-Anteile schnellten an der Spitze des Index mittelgroßer Werte um rund 12 Prozent hoch.

Ähnlich deutliche Gewinne waren an den übrigen Börsen zu verzeichnen. Der EuroStoxx 50 gewann 4,31 Prozent auf 2330,43 Punkte und auch die Leitindizes in Paris und London schlossen sehr deutlich im Plus. In den USA kletterte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss um fast vier Prozent in die Höhe.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,92 (Dienstag: 1,93) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,1 Prozent auf 128,89 Punkte. Der Bund Future gab um 0,35 Prozent auf 133,86 Punkte nach. Der Euro sprang am Nachmittag zeitweise über die Marke von 1,35 US-Dollar, kam zuletzt jedoch wieder bis auf 1,3461 Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3418 (1,3336) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7453 (0,7499) Euro.

Börsen / Effekten / EU / Finanzen / EZB
30.11.2011 · 22:18 Uhr
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