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Nordwestwind bringt Vulkanasche nach Deutschland

Offenbach (dpa) - Die Vulkanasche aus Island hat weiter freie Bahn nach Deutschland. Erst zum Wochenende werde der Wind von Nordwest auf Südwest drehen und damit die Partikel in andere Richtungen lenken, sagte Meteorologe Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Dienstag.

Ergiebigen Regen, der die Asche sofort auswaschen könnte, gebe es in der betroffenen Region nicht, lediglich einzelne Schauer in Norddeutschland. Die Vulkanasche werde also in der Luft bleiben und auf große Gebiete verteilt. Dabei sinke ihre Konzentration. Nur sehr langsam sinken die Partikel auf die Erde, einige können jahrelang in der Atmosphäre bleiben. Bei anhaltender Aktivität des Vulkans am Eyjafjalla-Gletscher würden weiter große Mengen Vulkanasche Richtung Mitteleuropa verfrachtet.

Allerdings teilte das Meteorologische Institut in Reykjavik am Dienstag mit, dass kaum noch neue Vulkanasche auf den europäischen Kontinent komme. Der Vulkan stoße jetzt nur Lava und «fast reinen Wasserdampf» aus. Die dennoch erneut zunehmenden Probleme für die Luftfahrt in mehreren europäischen Ländern würden ausschließlich durch Verschiebungen der schon vorhandenen Wolke über dem Kontinent herrühren.

Die Experten auf der Atlantikinsel widersprachen damit Angaben des Meteorologischen Institut in London aus der Nacht, wonach «die Eruption sich verstärkt hat und sich eine neue Aschewolke in südöstlicher Richtung auf Großbritannien zubewegt». Die Wetterbehörde in London vermied es am Vormittag allerdings, erneut von einer «neuen» Wolke zu sprechen.

Aus Reykjavik hieß es, dass seismische Messungen der Erderschütterungen durch den Vulkan eine unveränderte Kraft der Eruptionen anzeigten. Diese würden aber eben kaum noch Asche erzeugen. Die Rauchwolke erreiche auch nicht mehr die Höhe, von der aus sie der Luftstrom auf den europäischen Kontinent bringen könne.

Die Chefin des Vulkanologischen Institutes in Reykjavik, Rikke Pedersen, nannte die jüngste Entwicklung bei dem Ausbruch «optimal» für die Lösung der Luftfahrt-Probleme auf dem Kontinent. Sie sagte im dänischen TV-Sender DR, ein plötzlicher Umschlag mit riesigen neuen Aschemengen sei nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten. Allerdings könnten sich auch wieder neue Krater auf dem Gletscher öffnen.

Eine Gefahr für die Bevölkerung stellt die Aschewolke über Europa nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit nicht dar. «Es gibt derzeit keine Auswirkungen auf die Gesundheit, außer in unmittelbarer Nähe (des Ausbruchs) auf Island», sagte der WHO-Experte Carlos Dora am Dienstag in Genf. Erst wenn der Ascheniederschlag um das Zwei- bis Dreifache zunehme, könnten Probleme bei Menschen mit Lungenproblemen, Asthma oder Bronchitis auftreten.

Vulkane / Luftverkehr / Island
20.04.2010 · 13:11 Uhr
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