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Nordsee-Staaten lernen nicht aus Öl-Katastrophe

Hannover/ Kiel (dts) - Mehr als jeder dritte Unternehmer hat große Schwierigkeiten, den richtigen Nachfolger für seinen Betrieb zu finden. Das zeigt ein Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der der Frankfurter Rundschau (Samstagausgabe) vorliegt. "Damit sind beim Betriebsübergang jedes Jahr 50.000 Arbeitsplätze gefährdet", sagt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann.

Laut dem DIHK-Report bereiten viele ältere Unternehmer die Nachfolge in ihrem Betrieb zu spät vor. Für viele Unternehmer sei das Thema auch deshalb unangenehm, weil sie mehr als einen Arbeitsplatz abgeben, sagte Ilja Nothnagel, Autor des DIHK-Reports, der Frankfurter Rundschau (FR). Das eigene Unternehmen sei eine Herzensangelegenheit. "Wer befasst sich schon gerne damit, dass er ersetzbar ist?" Viele der potenziellen Nachfolger verfügten zudem nicht über die nötige Qualifikation für eine Übernahme. Auch wenn die eigenen Nachkommen für die Unternehmensübernahme bereitstehen, verlaufe der Generationswechsel oft nicht unproblematisch, sagte Bettina Daser vom "Kirsten Baus Institut für Familienstrategie" in Stuttgart der FR. "Dann geht es besonders emotional zu. Es herrscht oft Misstrauen zwischen den Generationen." Meistens mangele es an emotionaler Distanz. Die Eltern hätten die Sorge, die Kinder könnten als Nachfolger versagen oder die Älteren übertrumpfen, die Kinder hielten die Eltern für innovationsfeindlich und fühlten sich kontrolliert.Einen Stopp neuer riskanter Tiefseebohrungen in der Nordsee und im Nordostatlantik wird es vorerst nicht geben. Auf der Konferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks (OSPAR) in Norwegen einigten sich neben Deutschland und der Europäischen Union die 14 Anrainerstaaten lediglich darauf, bis zum nächsten Treffen im Juni 2011 die eigenen Sicherheitsstandards zu prüfen. Niedersachsen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bedauerte, "dass das Moratorium nicht zustande kam". Angesichts der jüngsten Ölkatastrophe sei eine Überprüfung der rund 500 Plattformen in der Nordsee angebracht, sagte Sander der "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe). Nicht die Sicherheit habe bei der OSPAR-Konferenz im Vordergrund gestanden, "sondern den Ölhunger zu decken", sagte Valerie Wilms, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Grünen. Ein Moratorium, um Schlimmeres zu verhindern, sei nötig, bevor die Staaten daran gehen, ihre Sicherheitskonzepte überprüfen. Tiefseebohrungen zuzulassen, hält auch Lorenz Schwark, Geologie-Professor an der Universität Kiel, für problematisch, "so lange es keine Werkzeuge gibt, Ölaustritte in großer Tiefe zu bekämpfen". Daher sollte es wie in den USA auch in Europa schnellstmöglich eine Eingreiftruppe geben, die im Notfall noch 600 Meter unter dem Meer lecke Bohrlöcher verschließen kann, sagte Schwark.
DEU / Parteien / Umweltschutz / Weltpolitik
25.09.2010 · 01:00 Uhr
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