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Nordkoreas Machthaber hat angeblich Krebs

Ein Screenshot aus dem nordkoreanischen Fernsehen vom April zeigt Kim Jong Il stark abgemagert.Großansicht
Seoul (dpa) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il ist einem Medienbericht zufolge schwer an Krebs erkrankt und wird möglicherweise nicht mehr lange leben. Der 67-jährige Diktator soll demnach an Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden.

Die Erkrankung sei lebensbedrohlich. Kim werde nicht mehr länger als fünf Jahre leben, berichtete der südkoreanische Nachrichtensender YTN am Montag unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Südkorea und China. Der bösartige Tumor sei im Sommer des vergangenen Jahres entdeckt worden, als Kim einen Schlaganfall erlitten haben soll. Das Vereinigungsministerium in Seoul und der südkoreanische Geheimdienst bestätigten den Bericht nicht. Er habe dazu bisher keine Informationen, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Kims Gesundheitszustand gibt seit Monaten Anlass zu Spekulationen. In den jüngsten Bildern des nordkoreanischen Staatsfernsehens von ihm wirkte Kim stark abgemagert und zunehmend gebrechlich. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit drei Monaten hatte der Diktator am vergangenen Mittwoch an einer Gedenkfeier zum 15. Todestag seines Vaters und «ewigen Präsidenten» Kim Il Sung teilgenommen.

Die angeschlagene Gesundheit Kims hat auch die Sorge in der Region ausgelöst, dass sich die Lage in dem abgeschotteten kommunistischen Land wegen möglicher Machtkämpfe um seine Nachfolge destabilisieren könne. Zuletzt hatte Nordkorea durch eine Reihe von Raketentests und einen zweiten Atomtest die Spannungen im Streit um seine Waffenprogramme weiter angeheizt.

Beobachter vermuten, dass Nordkoreas Aktionen auch Teil der Pläne Kim Jong Ils sein könnten, die Machtübertragung an seinen jüngsten Sohn Jong Un abzusichern. Südkoreanische Medien hatten Anfang Juni berichtet, Kim habe kurz nach dem weltweit verurteilten Nukleartest in Nordkorea am 25. Mai die wichtigsten Institutionen davon informiert, dass er Jong Un zu seinem Nachfolger bestimmt habe. Der Sohn ist erst Mitte 20.

Unterdessen berieten sich Vertreter Chinas und Südkoreas in Seoul über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit Nordkorea. Der chinesische Atomunterhändler und Vizeaußenminister Wu Dawei bekräftigte nach den Beratungen vor Journalisten, dass Peking weiter versuchen wolle, Nordkorea zu den Sechs-Länder-Gesprächen über ein Ende des nordkoreanischen Kernwaffenprogramms zurückzuholen. Es sei Chinas Position, das Ziel der atomaren Abrüstung in Nordkorea durch Dialog und friedliche Mittel zu erreichen. Nordkorea hatte im April als Reaktion auf die Verurteilung des Starts einer Langstreckenrakete des Landes durch den Weltsicherheitsrat seinen unwiderruflichen Ausstieg aus den Sechser-Gesprächen erklärt. An den Verhandlungen hatten neben Nord- und Südkorea auch die USA, China, Russland und Japan teilgenommen.

Innenpolitik / Nordkorea
13.07.2009 · 14:58 Uhr
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