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Nordkoreanisches Kriegsschiff verletzt Grenze

Südkoreanisches Kriegsschiff. An der koreanischen Seegrenze ist es zu einem Zwischenfall gekommen.Großansicht
Seoul (dpa) - Die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea drohen sich nach einem Grenzzwischenfall im Gelben Meer weiter zu verschärfen. Ein Patrouillenschiff der nordkoreanischen Marine drang nach Militärangaben aus Seoul über die umstrittene Seegrenze zwischen beiden Ländern in südkoreanische Gewässer ein.

Das Boot sei jedoch nach Warnungen der herbeigeeilten südkoreanischen Kriegsschiffe nach rund 50 Minuten wieder abgedreht, teilte der Generalstab in Seoul mit. In der Vergangenheit ist es in dem Grenzgebiet vor der Westküste wiederholt zu Seegefechten zwischen Kriegsschiffen beider koreanischer Staaten gekommen.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel und in der Region ist bereits wegen eines Atomtests in Nordkorea vom Montag vergangener Woche sehr angespannt. Seit dem weltweit verurteilten Test hatte das kommunistische Land außerdem sechs Raketen mit kurzer Reichweite abgefeuert und erklärt, es werde sich nicht mehr an das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Korea-Kriegs (1950-53) halten. Südkorea wurden Militäraktionen angedroht, weil sich das Regime in Pjöngjang durch den Beitritt des Nachbarlandes zu einer US- geführten Initiative gegen die Weitergabe von Massenvernichtungswaffen provoziert sah. In Südkorea wird befürchtet, dass die Spannungen zu einem begrenzten militärischen Konflikt, etwa an der Seegrenze, eskalieren könnten.

Nach der Grenzverletzung durch Nordkorea schickte die südkoreanische Marine den Angaben zufolge auch einen Zerstörer in das betroffene Gebiet. Zu einem Schusswechsel sei es nicht gekommen. Das nordkoreanische Schiff habe vermutlich die Grenzlinie bei der Jagd auf chinesische Fischerboote passiert, die in dem Gebiet illegalen Fang betrieben hätten, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter in Seoul. Es werde aber auch nicht ausgeschlossen, dass Nordkorea das Boot bewusst über die Grenze geschickt habe, um die Spannungen weiter zu schüren.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak bekräftigte unterdessen noch einmal bei einem Treffen mit einer US-Regierungsdelegation in Seoul, dass die internationale Gemeinschaft geschlossen auf den nordkoreanischen Atomtest reagieren müsse. Der Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm könne nur dann beigelegt werden könne, wenn die Staatengemeinschaft eine «klare Warnung» an Nordkorea wegen seines schlechten Verhaltens gebe, wurde Lee vom Präsidialamt zitiert. Die Delegation unter Leitung des stellvertretenden US- Außenministers James Steinberg war seit Dienstag in Seoul, um sich mit der südkoreanischen Regierung über das weitere Vorgehen im Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme abzustimmen.

Konflikte / Nordkorea / Südkorea
04.06.2009 · 13:51 Uhr
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