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Nordkorea zeigt sich zu Atomgesprächen bereit

Nordkoreanischer AtomkomplexGroßansicht
Seoul (dpa) - Nordkorea hat seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über sein Atomwaffenprogramm bekräftigt.

Eine entsprechende Erklärung gab das Außenministerium des kommunistischen Landes ab, nachdem der UN-Sicherheitsrat die Versenkung eines südkoreanischen Militärschiffes, nicht aber den mutmaßlichen Täter Nordkorea angeprangert hatte. Südkorea begrüßte dennoch die Erklärung des Weltsicherheitsrats und rief Nordkorea erneut auf, die Verantwortung für den Untergang der Korvette «Cheonan» im März zu übernehmen und sich zu entschuldigen.

Nordkorea werde «konsequent Anstrengungen für den Abschluss eines Friedensvertrags und die Denuklearisierung durch die Sechs-Parteien-Gespräche auf gleichberechtigter Basis unternehmen», wurde ein Ministeriumssprecher in Pjöngjang von den Staatsmedien zitiert.

Nordkorea hatte wiederholt den Willen geäußert, die im April 2009 einseitig abgebrochenen Atomverhandlungen mit China, den USA, Südkorea, Japan und Russland wieder aufzunehmen. Eine konkrete Zusage machte Pjöngjang jedoch nicht und forderte wiederholt die Aufhebung von UN-Sanktionen, bevor es an den Verhandlungstisch zurückkehre.

Nordkorea nehme die Erklärung des Sicherheitsrats zur Kenntnis, der zur Lösung der Probleme auf der koreanischen Halbinsel durch direkten Dialog und Verhandlungen aufrufe, hieß es am Samstag. Nordkoreas UN-Botschafter Sin Son Ho hatte zuvor die Stellungnahme des Rats als «unseren großen diplomatischen Sieg» bezeichnet.

Das mächtigste UN-Gremium hatte am Freitag in New York einstimmig den Angriff auf die «Cheonan» verurteilt. «Mit großer Sorge» sei zur Kenntnis genommen worden, dass eine internationale Untersuchung in Südkorea den kommunistischen Norden für die Versenkung verantwortlich gemacht habe. Trotzdem findet sich keine Kritik an Nordkorea im Text. Die vorsichtig formulierte Erklärung wird als Konzession an Nordkoreas Verbündeten China gesehen. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung in den Untergang der «Cheonan».

In einer Reaktion des Außenministeriums in Seoul hieß es, die UN-Erklärung sei von großer Bedeutung, da die «internationale Gemeinschaft mit vereinter Stimme den Angriff auf die Cheonan durch Nordkorea verurteilt und die Wichtigkeit unterstreicht, weitere Provokationen gegen Südkorea zu verhindern». Seoul hatte den Sicherheitsrat im Fall «Cheonan» eingeschaltet.

Konflikte / UN / Südkorea / Nordkorea
10.07.2010 · 14:50 Uhr
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