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Nordkorea will bessere Beziehungen zu Seoul

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Seoul (dpa) - Nach monatelanger Eiszeit hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il den Wunsch nach besseren Beziehungen zu Südkorea geäußert.

Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak überbrachte eine Delegation hochrangiger Funktionäre aus Pjöngjang am Sonntag eine mündliche Botschaft Kims, in der er sich für «Fortschritte bei der Zusammenarbeit beider Länder» aussprach. Das berichtete ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren war es das erste Treffen des konservativen südkoreanischen Präsidenten mit Vertretern aus dem kommunistischen Nachbarland, das Seoul in den vergangenen Monaten noch mehrfach mit Krieg gedroht hatte. Beide Länder nutzten die Trauerfeierlichkeiten für den gestorbenen südkoreanischen Ex-Präsidenten Kim Dae Jung, wieder direkt miteinander zu reden.

Lee erneuerte den Angaben des Sprechers zufolge seine Forderung nach einem ernsthaften Dialog. «Präsident Lee erläuterte als Antwort die beständige und feste Nordkorea-Politik unserer Regierung.» Diese Botschaft solle die Delegation an Machthaber Kim weitergeben. «Es gibt kein Problem, das nicht gelöst werden kann, wenn Süd- und Nordkorea einen aufrichtigen Dialog führen.» Lee hatte wiederholt den Ausbau der Zusammenarbeit mit Nordkorea von dessen Verzicht auf seine Atomwaffen abhängig gemacht.

Das Treffen fand wenige Stunden vor dem Staatsbegräbnis für Kim Dae Jung statt, dem die nordkoreanische Delegation am Freitag im Namen von Kim Jong Il die letzte Ehre erwiesen hatte. Nach den zuletzt heftigen Spannungen hatten sich jüngst die Zeichen für die Bereitschaft Nordkoreas für eine vorsichtige Annäherung an den Süden gemehrt. Am Samstag war es zum bis dato hochrangigsten Kontakt seit fast zwei Jahren gekommen. Südkoreas Vereinigungsminister Hyun In Taek traf dabei in Seoul den für Beziehungen zum Süden zuständigen Funktionär der Arbeiterpartei, Kim Yang Gon.

Nordkorea hatte den Dialog mit dem Süden aufgrund der härteren Haltung der seit Februar 2008 amtierenden konservativen Regierung in Seoul gegenüber dem Regime in Pjöngjang abgebrochen. Wiederholte Dialogangebote Seouls hatte Pjöngjang bisher zurückgewiesen.

Nordkorea hatte am Freitag auch wieder Beschränkungen für den Pendelverkehr über die schwer bewachte innerkoreanische Grenze zum gemeinsamen Industriepark in der Grenzstadt Kaesong gelockert. Außerdem will Nordkorea die Grenze für neue Treffen von getrennten Familien und für Touristen aus Südkorea wieder durchlässiger machen.

Unterdessen nahmen die Südkoreaner mit einem Staatsbegräbnis Abschied von Kim Dae Jung. Der Friedensnobelpreisträger Kim, der als Symbolfigur der Demokratisierung Südkoreas gilt und mit seiner sogenannten Sonnenscheinpolitik eine lange Phase der Annäherung an Nordkorea eingeläutet hatte, war am Dienstag an Herzversagen gestorben. Kim Dae Jung war zwischen 1998 und 2003 Staatsoberhaupt. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 83 Jahre, nach anderen biografischen Quellen 85 Jahre alt. Die Delegation aus Nordkorea war vor dem Staatsakt abgereist, nachdem sie bereits ihren Aufenthalt um einen Tag verlängert hatte.

Konflikte / Südkorea / Nordkorea
23.08.2009 · 12:29 Uhr
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