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Nordkorea: Urananreicherung in der Endphase

Treffen von Regierungsvertretern in Pjöngjang. (Archivbild)
Seoul (dpa) - Das nordkoreanische Atomprogramm läuft auf Hochtouren: Das kommunistische Land erklärte am Freitag, dass es dabei sei, seine Plutoniumbestände zu weiteren Atomwaffen umzuwandeln und auch die Experimentierphase der Urananreicherung so gut wie abgeschlossen habe.

Dies habe Nordkorea in einem Schreiben an die Vereinten Nationen in New York mitgeteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. In hochangereicherter Form kann Uran ebenfalls für den Atombombenbau verwendet werden. Zugleich äußerte Nordkorea in dem Brief erneut Verhandlungsbereitschaft: «Wir sind auf Dialog und Sanktionen vorbereitet.»

Mit dem Schreiben unterstrich Nordkorea nach Meinung von Beobachtern noch einmal, dass es sich den verschärften Sanktionen nicht beugen will, die der UN-Sicherheitsrat nach dem zweiten nordkoreanischen Atomtest vom Mai gegen das Land verhängt hatte. Nordkorea hat bereits zwei Atombomben auf Plutoniumbasis getestet.

«Wir haben das Experiment zur Urananreicherung erfolgreich durchgeführt und es ist in die Endphase getreten», wurde aus dem Brief an die UN zitiert. Außerdem stehe die Wiederaufbereitung gebrauchter Kernbrennstäbe kurz vor dem Abschluss. Das aus den Brennstäben gewonnene Plutonium werde waffenfähig gemacht. «Falls einige ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats Sanktionen vor dem Dialog stellen, würden wir darauf mit dem Ausbau unserer atomaren Abschreckung antworten», warnte Nordkorea.

Mit dem Schreiben reagierte Pjöngjang laut KCNA auf Fragen des UN- Sanktionsausschusses, die dieser im Zusammenhang mit einer aufgedeckten Waffenlieferung Nordkoreas an den Iran gestellt hatte. Die Waffen, darunter Panzerfäuste, waren vor etwa einem Monat von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einem australischen Schiff beschlagnahmt worden. Der Weltsicherheitsrat will den Fall untersuchen.

Nordkorea hatte bereits Mitte Juni aus Protest gegen die UN- Sanktionen den Bau neuer Nuklearwaffen angekündigt. Schon damals hieß es, das Land habe die Urananreicherung eingeleitet. Diese Tätigkeit kann laut Experten leichter verborgen werden als die Herstellung von waffentauglichem Plutonium aus gebrauchten Brennstäben. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem das Land im April erneut alle internationalen Inspekteure des Landes verwiesen hat. Die USA verdächtigen das weitgehend abgeschottete Land bereits seit Jahren, ein Anreicherungsprogramm zum Bau von Atombomben zu verfolgen.

Südkorea kritisierte die Erklärung aus Nordkorea. Dessen Verhalten könne nicht toleriert werden. «Die Regierung wird energisch und stetig mit Nordkoreas Drohungen und Provokationen umgehen», sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul.

Auch der Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik der USA, Stephen Bosworth, äußerte sich vor seiner Ankunft am Freitag in Seoul über Nordkoreas Erklärung besorgt. «Alles, was Nordkorea im Bereich der nuklearen Entwicklung tut, bereitet uns Sorgen», sagte Bosworth. Er betonte, die USA seien zu Gesprächen mit Nordkorea im Rahmen der sogenannten Sechs-Länder-Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms bereit. Nordkorea bekräftigte am Freitag, dass es zu den Sechser-Gesprächen - das sind Nord- und Südkorea, die USA, China, Japan, Russland - nicht zurückkehren werde.

Nach Spannungen in den vergangenen Monaten war Nordkorea zuletzt wieder auf Südkorea zugegangen. Beide Länder normalisierten unter anderem wieder den Pendelverkehr über die Grenze zu einem gemeinsamen Industriepark in Nordkorea und einigten sich auf neue Treffen von getrennten Familien. Auch gegenüber den USA hatte Nordkorea seine Bereitschaft zu Gesprächen im Atomstreit signalisiert.

Konflikte / Atom / Nordkorea
04.09.2009 · 15:56 Uhr
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