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Nordkorea provoziert mit Raketentests

Nordkoreanisches Säbelrasseln: Foto eines früheren Raketentests.Großansicht
Seoul (dpa) - Mit einer Serie von sieben Raketentests hat das international isolierte Nordkorea erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. Die ballistischen Raketen wurden nach südkoreanischen Angaben innerhalb von nur rund zehn Stunden in Richtung Japanisches Meer abgefeuert.

Die Raketen hätten eine Reichweite von schätzungsweise 400 bis 500 Kilometern gehabt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Südkorea und Japan verurteilten diese zweite Testserie in Nordkorea binnen dreier Tagen als «provokativen Akt» und als Verletzung bestehender UN- Resolutionen. Beobachter hatten damit gerechnet, dass das kommunistische Land den Nationalfeiertag in den USA am 4. Juli zum Anlass nehmen würde, um Stärke zu demonstrieren.

Der Abschuss von ballistischen Raketen bedeutet einen weiteren Eskalationsschritt im Streit um die nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketenprogramme. Erst am Donnerstag hatte Nordkorea vier Raketen von kurzer Reichweite getestet, die nach südkoreanischen Angaben vermutlich Boden-Schiffsraketen mit einer Reichweite von 120 bis 160 Kilometern waren. «Die Raketenabschüsse am 2. Juli wurden als Teil von Militärübungen gesehen, doch die Raketen von heute scheinen einen politischen Zweck zu haben», zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Regierungsbeamten in Seoul.

Mit den jüngsten Tests verletze Nordkorea «klar die Resolutionen 1695, 1718 und 1874 des UN-Sicherheitsrats, die Nordkorea jede Aktivität im Zusammenhang mit ballistischen Raketen verbieten», hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul. Das höchste UN-Gremium hatte zuletzt vor gut drei Wochen die Sanktionen gegen Nordkorea wegen eines zweiten Atomtests am 25. Mai und weiterer Provokationen des Landes verschärft. Pjöngjang hatte als Reaktion auf die UN-Sanktionen mit Krieg gedroht und den Ausbau seiner atomaren Abschreckung angekündigt.

Der öffentliche südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass es sich am Samstag um ballistische Kurzstreckenraketen des Typs Scud gehandelt haben könnte. Es werde jedoch nicht ausgeschlossen, dass Nordkorea auch Mittelstreckenraketen des Typs Rodong getestet habe, die neben Südkorea auch Japan erreichen können. Deren Reichweite von 1000 bis 1400 Kilometern könnte für die Testreihe verkürzt worden sein. Ballistische Raketen werden nur in der ersten Phase ihres Fluges angetrieben und gesteuert. Je nach Bauart können solche Raketen auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul wurden die Raketen am Samstag von einer Startanlage in der Nähe der Stadt Wonsan an der Ostküste abgeschossen. Teile der Gewässer vor der Ostküste hat Nordkorea auch wegen einer Militärübung bis zum 10. Juli für die Schifffahrt gesperrt. Es wird deshalb nicht ausgeschlossen, dass Nordkorea weitere Raketen testet. In einer Erklärung des Ministeriums hieß es: «Das Militär ist auf der Grundlage einer starken Sicherheitsallianz mit den USA vollständig darauf vorbereitet, Bedrohungen oder Provokationen jeder Art durch Nordkorea abzuwehren.»

Konflikte / Atom / Nordkorea
04.07.2009 · 14:54 Uhr
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