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Nordkorea provoziert mit neuen Raketentests

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Seoul (dpa) - Nordkorea provoziert weiter: Drei Wochen nach dem UN-Sanktionsbeschluss wegen seines Atomtests im Mai feuerte das kommunistische Land am Donnerstag innerhalb weniger Stunden vier Kurzstreckenraketen in Richtung Japanisches Meer ab.

Das Verteidigungsministerium in Seoul teilte mit, dass das Nachbarland zwischen 17.20 Uhr und 21.20 Uhr (Ortszeit) vier Testraketen mit kurzer Reichweite abgeschossen habe. Nach einem Bericht der südkoreanischen Zeitung «JoongAng Ilbo» gibt es zudem Anzeichen, dass Nordkorea in den kommenden Tagen ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ Scud-B mit einer Reichweite von 340 Kilometern oder sogar Rodong- Raketen mit noch größerer Reichweite starten könnte.

Der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass es sich bei den vier Raketen vermutlich um Anti-Schiffs-Raketen des Typs KN-01 mit einer Reichweite von 120 bis 160 Kilometern gehandelt habe. Die Raketen seien nach dem Abschuss von einer Startanlage in der Nähe der Stadt Wonsan etwa 100 Kilometer von der Ostküste entfernt ins Meer gestürzt.

Mit den neuen Raketentests hat Nordkorea die Spannungen wegen seiner Atomwaffen- und Raketenprogramme weiter verschärft. Allerdings kamen die Tests nicht unerwartet. Sie könnten Teil von militärischen Routineübungen sein, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Seoul. Nach südkoreanischen Angaben hatte Nordkorea im vergangenen Monat auch wegen einer Militärübung Teile der Ostküste für den Schiffsverkehr gesperrt. Das Verbot soll bis zum 10. Juli wirksam sein. Japan sei von Nordkorea darüber informiert worden.

Seinem zweiten Atomtest am 25. Mai hatte Nordkorea schon damals über eine Reihe von Tagen den Abschuss von sechs Raketen folgen lassen. Der Weltsicherheitsrat hat wegen des unterirdischen Atomversuchs und weiterer Provokationen verschärfte Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Regime in Pjöngjang verhängt. Unter anderem rief das höchste UN-Gremium in der Resolution 1874 vom 12. Juni Nordkorea erneut dazu auf, keine weiteren ballistischen Raketen mehr zu starten. Nordkorea hatte auf den Sanktionsbeschluss mit Krieg gedroht und den Ausbau seiner atomaren Abschreckung angekündigt.

Unterdessen startete China eine neue diplomatische Initiative, um die Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms wiederzubeleben. Dazu wurde der für Nordkorea zuständige Gesandte Wu Dawei auf eine Reise nach Russland, Japan, Südkorea und die USA geschickt, wie das Außenministerium in Peking mitteilte. Nordkorea hatte im April seinen unwiderruflichen Rückzug aus den Atomgesprächen erklärt.

Süd- und Nordkorea beendeten unterdessen auch im dritten Anlauf ohne greifbares Ergebnis ihre Gespräche über die Zukunft ihres letzten noch verbliebenen großen gemeinsamen Wirtschaftsprojekts. Die nordkoreanische Seite bekräftigte nach Angaben aus Seoul ihre Forderung nach einer massiven Anhebung der Pachtgebühren und Löhne für die nordkoreanischen Arbeiter im Industriepark in Kaesong.

Konflikte / Nordkorea
02.07.2009 · 22:17 Uhr
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