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Nordkorea meldet Plutonium-Wiederaufbereitung

Atomanlage in YongbyonGroßansicht
Seoul (dpa) - Ungeachtet seiner Verhandlungsbereitschaft heizt Nordkorea die Spannungen im Streit um sein Atomprogramm weiter an. Das Land ist nach eigenen Angaben dem Ausbau seines Atomwaffenarsenals ein weiteres Stück näher gekommen.

Im Nuklearzentrum Yongbyon seien 8000 benutzte Kernbrennstäbe erfolgreich wiederaufbereitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Es seien «beachtliche Erfolge erzielt worden, gewonnenes Plutonium waffentauglich zu machen, um Nordkoreas atomare Abschreckung zu stärken.» Laut Experten könnte das stalinistisch geführte Land aus den Brennstäben ausreichend Plutonium für den Bau von mindestens einer weiteren Bombe gewinnen.

Mit der Erklärung will das Regime in Pjöngjang nach Ansicht von Beobachtern unter anderem den Druck auf die USA erhöhen, bald bilaterale Gespräche aufzunehmen. Erst am Vortag hatte Nordkorea gewarnt, «seinen eigenen Weg» zu gehen, sollte Washington in naher Zukunft keine Entscheidung über die Gespräche treffen. Die USA sind grundsätzlich dazu bereit, jedoch sollten die Gespräche der Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Verhandlungen dienen, die Nordkorea im April einseitig aufgekündigt hatte. Pjöngjang macht die Rückkehr zur Sechserrunde vom Verlauf der Verhandlungen mit den USA abhängig.

Den nordkoreanischen Angaben zufolge wurden die benutzten Brennstäbe bereits bis Ende August wiederaufbereitet. Dies sei «Teil der Maßnahmen zur Wiederherstellung der Nuklearanlagen in Yongbyon in ihren ursprünglichen Zustand». Nordkorea hatte bereits vor einem Monat erklärt, dass es dabei sei, seine Plutoniumbestände zu neuen Atomwaffen umzuwandeln. Aus Protest gegen die Verhängung verschärfter Sanktionen des Weltsicherheitsrats wegen seines zweiten unterirdischen Atomtests am 25. Mai hatte Nordkorea Mitte Juni den Bau neuer Nuklearwaffen angekündigt.

Südkorea kritisierte die jüngste Erklärung des Nachbarlandes als eine Verletzung seiner Pflicht zur atomaren Abrüstung, wie sie dem Land in Resolutionen des UN-Sicherheitsrats auferlegt worden sei. «Wir bedauern Nordkoreas wiederholte Aktivitäten, den gemeinsamen Forderungen der internationalen Gemeinschaft zu trotzen, zutiefst», erklärte das Außenministerium in Seoul.

Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seit Pjöngjang im April erneut internationale Atominspekteure des Landes verwiesen hat. Trotz internationaler Proteste hatte Nordkorea damals verkündet, die Atomanlagen wiederanzufahren. Im Rahmen einer Vereinbarung von 2007 zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland wurden wesentliche Teile der nordkoreanischen Atomanlagen bereits unbrauchbar gemacht.

Konflikte / Atom / Nordkorea
03.11.2009 · 13:53 Uhr
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