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Nordkorea droht mit «unbegrenztem Militärschlag»

Nordkoreanische SoldatenGroßansicht
Seoul (dpa) - Kriegerische Töne: Im Konflikt mit Südkorea hat das kommunistische Nordkorea mit Militärschlägen gegen südkoreanische Propaganda-Anlagen an der Grenze gedroht. Selbst die südkoreanische Hauptstadt Seoul könne in ein «Flammenmeer» verwandelt werden.

Mit der am Samstag von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Führungsstabs der nordkoreanischen Volksarmee verschärft das Land seine Warnungen an Südkorea vor einer Wiederaufnahme von propagandistischen Lautsprecher-Durchsagen. Bereits im Mai hatte das Land mit der Zerstörung der südkoreanischen Lautsprecher gedroht. Den Plan hatte Südkorea als Teil von Strafmaßnahmen gegen das Nachbarland wegen der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffe angekündigt. Zuletzt hatte Südkoreas Militär deshalb an der Grenze elf Lautsprecheranlagen wieder installiert, die vor sechs Jahren im Zuge damaliger Annäherungsbemühungen abgebaut worden waren. Der Plan wurde bisher aber nicht umgesetzt.

Die Volksarmee werde «einen unbegrenzten Militärschlag ausführen, um die Mittel der Gruppe für die psychologische Kriegsführung gegen die Volksrepublik (Nordkorea) in allen Gebieten entlang der Front in die Luft zu jagen», heißt es in der Erklärung aus Pjöngjang. Die Regierung in Seoul wurde erneut als «Gruppe von Verrätern» beschimpft. Sie solle sich vor Augen führen, dass die «militärische Vergeltung» ein Schlag sei, der selbst Seoul in ein «Flammenmeer» verwandeln könne. Diese Metapher hat Nordkorea in der Vergangenheit wiederholt in seinen Drohgebärden gegenüber Südkorea benutzt.

Nach Angaben der südkoreanischen Streitkräfte waren am Samstag zunächst keine ungewöhnlichen Aktivitäten der nordkoreanischen Volksarmee an der militärischen Pufferzone zwischen beiden Staaten zu beobachten. Die Grenzeinheiten seien jedoch angewiesen worden, die Überwachung zu verstärken, wurde ein Mitglied des Generalstabs von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Die südkoreanische Armee und die im Süden der koreanischen Halbinsel stationierten US-Streitkräfte wurden angesichts der Spannungen bereits Ende Mai in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Seoul macht Nordkorea für den Untergang der Korvette «Cheonan» am 26. März im Gelben Meer verantwortlich. Ein Expertenteam war zu dem Schluss gekommen, dass das Schiff bei einem nordkoreanischen Torpedo- Angriff versenkt wurde. Nordkorea bestreitet die Vorwürfe und droht im Fall von Strafaktionen mit Krieg.

Am Freitag hatte Nordkorea mit «gnadenlosen» Maßnahmen wegen Südkoreas Einschaltung des Weltsicherheitsrats gedroht. Das höchste Weltgremium will sich in den kommenden Tagen mit dem Fall des versenkten Kriegsschiffes befassen.

Konflikte / Südkorea / Nordkorea
12.06.2010 · 10:38 Uhr
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