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Nordkorea droht mit «gnadenlosen Militärmaßnahmen»

Ein nordkoreanischer Grenzsoldat beobachtet die Vorgänge auf der südkoreanischen Seite der Grenze. (Archivbild)Großansicht
Seoul (dpa) - Drei Tage nach dem jüngsten Feuergefecht zwischen süd- und nordkoreanischen Marineschiffen hat Nordkorea seine Drohgebärden Richtung Südkorea verstärkt.

Nordkorea werde ab sofort «gnadenlose Militärmaßnahmen» zur Verteidigung der von dem Land selbst gezogenen Grenzlinie im Gelben Meer ergreifen, warnte die nordkoreanische Volksarmee. Es existiere nur die von Nordkorea festgelegte Erweiterung der militärischen Demarkationslinie zwischen beiden Ländern, hieß es laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA in einer Note an Südkorea.

In der Mitteilung wurde Südkorea vorgeworfen, die sogenannte Nördliche Grenzlinie (NLL) mit «nutzlosen» militärischen Mitteln zu halten. Dies sei eine «politisch motivierte schamlose Provokation». Einen Tag zuvor hatte Nordkorea den Streitkräften des Nachbarlandes gedroht, sie würden das Gefecht «teuer bezahlen» müssen.

Nordkorea erkennt die NLL nicht an, die zum Ende des Korea-Kriegs (1950-53) von einem UN-Kommando gezogen worden ist. Diese Linie wurde von Nordkorea in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend beachtet. Nach einem innerkoreanischen Seegefecht vor zehn Jahren hatte Nordkorea diese Grenzlinie für ungültig erklärt. Anfang dieses Jahres hatte das kommunistische Land angesichts erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel diese Erklärung noch einmal wiederholt.

Bei dem kurzen Schusswechsel am Dienstag wurde nach Angaben südkoreanischer Militärs ein Patrouillenboot aus Nordkorea schwer beschädigt. Das Boot war demnach zuvor in die von Südkorea beanspruchte Pufferzone vor der Westküste eingedrungen.

Die neue Drohung aus Pjöngjang erreichte Südkorea zu einem Zeitpunkt, da US-Präsident Barack Obama seine erste Fernost-Reise seit Amtsantritt begonnen hat. In der kommenden Woche wird er auch Gespräche in Seoul führen. In einem am Freitag veröffentlichten Interview der nationalen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bekräftigte Obama, dass die USA offen für ein bilaterales Treffen mit Nordkorea seien. Dieses Treffen diene jedoch der Wiederaufnahme der von Nordkorea im April aufgekündigten Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende seines Atomwaffenprogramms. Er und der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak «sind in voller Übereinstimmung, dass eine umfassende Lösung der Nuklear-, Raketen- und Proliferationsproblematik erzielt werden muss», wurde der US-Präsident zitiert.

In Tokio warnten Obama und der japanische Ministerpräsident Yukio Hatoyama Nordkorea und den Iran erneut vor einer weiteren nuklearen Aufrüstung. Die Anstrengungen der beiden Länder seien eine Bedrohung der internationalen Stabilität und des Friedens, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Beide Länder wurden aufgefordert, sich an die internationalen Vereinbarungen zu halten.

Konflikte / Südkorea / Nordkorea
13.11.2009 · 13:15 Uhr
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