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Nordkorea drohen drakonische UN-Sanktionen

Die japanische Marine demonstriert ihre Stärke. Nordkorea drohen möglicherweise schon bald Kontrollen auf hoher See (Symbolbild).Großansicht
New York/Seoul (dpa) - Nordkorea drohen nach seinem zweiten Atomtest einschneidende Sanktionen des Weltsicherheitsrates. Nach einem Resolutionsentwurf muss sich das kommunistische Land demnächst die Inspektion aller Im- und Exporte in Häfen und an Flughäfen weltweit gefallen lassen.

Außerdem würde die Resolution, die noch diese Woche von dem höchsten UN-Gremium verabschiedet werden dürfte, alle 192 UN-Mitgliedsstaaten auffordern, Schiffe aus Nordkorea auf hoher See zu stoppen, sollten sie unter Verdacht des Transports nuklearer, ballistischer und anderer Waffenmaterialien kommen. Finanz- und Kreditinstitute wären angehalten, Pjöngjang künftig jegliche Gelder zu verweigern - mit Ausnahme von Mitteln für humanitäre und Entwicklungsprogramme.

Nach Einschätzung des südkoreanischen Verteidigungsministers Lee Sang will der alternde Machthaber Kim Jong Il mit den Atom- und Raketentests eine Regelung für seine Nachfolge vorantreiben. Kim sei davon besessen, die Macht eines Tages an einen seiner Söhne zu übertragen, schrieb Lee laut der Agentur Yonhap in einem Artikel in einer Militärzeitung. Er wolle die «erbliche Nachfolge» sichern, indem er Aktionen zur Verschärfung der Spannungen vorantreibe.

Vergangene Woche hatten südkoreanische Zeitungen unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, Kim habe seinen jüngsten Sohn, den 25 oder 26 Jahre alten Jong Un, zum Nachfolger bestimmt. Die Spannungen in der Region hatten sich nach dem Start einer Langstreckenrakete in Nordkorea im April, dem Atomtest sowie dem Abschuss mehrer Kurzstreckenraketen spürbar verschärft.

Der aus 15 Ländern bestehende Weltsicherheitsrat kam am Mittwoch erstmals zu gemeinsamen Beratungen über den Resolutionsentwurf zusammen. Der Text war in den vergangenen zwei Wochen zwischen den fünf Vetomächten USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich ausgearbeitet worden. Nach Angaben des russischen UN-Botschafters Vitali Tschurkin hatten sich die Großmächte am Dienstagabend nach hartem Ringen auf den Text geeinigt. Er wird demnach auch von China, dem engsten Verbündeten von Pjöngjang, mitgetragen.

Die unterirdische Explosion eines atomaren Sprengkörpers am 25. Mai in Korea war unter anderem von Russland und der UN-Behörde zur Überwachung des UN-Atomteststoppabkommens (CTBTO) bestätigt worden. Allerdings ist dies bis heute noch nicht wissenschaftlich bewiesen, wie bei einer CTBTO-Tagung in Wien bekanntwurde.

Die russische Regierung äußerte derweil die Hoffnung, das Nordkorea auf einen angeblich geplanten weiteren Raketentest verzichtet. Vize-Verteidigungsminister Alexander Kolmakow sagte in Moskau, Russland hoffe wegen des internationalen Drucks auf die Verhandlungsbereitschaft Pjöngjangs.

UN / Konflikte / Nordkorea
11.06.2009 · 08:13 Uhr
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