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Noch keine Gewissheit über Quelle-Rettung

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Fürth/Nürnberg (dpa) - Hängepartie im Kampf um die Rettung des Versandhauses Quelle: Während Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Mittag die Bewilligung eines Massekredits von 50 Millionen Euro für den insolventen Versandhändler grundsätzlich bestätigte, schwieg sich die Bundesregierung weiter aus.

«Ich habe die gleiche Information wie der Insolvenzverwalter, dass seit gestern nach der Sitzung des Ausschusses von einer grundsätzlichen Unterstützung des Bundes bezüglich der anderen Hälfte - 25 Millionen Euro - ausgegangen werden kann», sagte Seehofer bei einem Besuch von Quelle in Nürnberg.

Die Gerüchteküche brodelte zu diesem Zeitpunkt schon seit Stunden. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob der Bund die Hälfte des beantragten Massekredits übernimmt. Der vorläufige Quelle- Insolvenzverwalter, Klaus Hubert Görg, sagte während des Treffens bei Quelle: «Nach meinem Eindruck hat die Bundesregierung vielleicht an einigen Ecken Kommunikationsschwierigkeiten.» Aus Berlin war zu hören, dass noch längst nicht alle Fragen geklärt seien. Außerdem müsse Brüssel einem solchen Kredit noch zustimmen.

Auch Seehofer räumte ein, es seien noch einige Details zu klären. Grundsätzlich wolle Berlin das Geld aber geben. «Ich hoffe, dass die gestern auch vereinbarten Details sehr schnell aufgearbeitet werden», sagte Seehofer. Der Druck und die Auslieferung des Quelle-Katalogs in diesen Tagen seien gesichert.

Den Plänen zufolge soll Quelle 50 Millionen Euro bekommen. 21 Millionen Euro davon will Bayern zahlen, 4 Millionen Euro sollen aus Sachsen kommen, den Rest müsste der Bund stellen. Ein Massekredit ist ein Instrument, um in der Insolvenz den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. In der Liste der Gläubiger steht der Kreditgeber in der Regel auf Platz eins. Dies bedeutet, dass die Forderungen vorrangig bedient werden. Am Mittwochabend waren nach einer Sitzung eines Bürgschaftsausschusses von Bund und Ländern unterschiedliche Nachrichten über eine Zustimmung des Bundes gekommen.

In Essen, dem Sitz des Mutterkonzerns Arcandor, war zu hören, Quelle müsse bis zu diesem Freitag weitere Details zur Finanzierung vorlegen. Auch Quelle selbst gab an, weitere Informationen nachreichen zu müssen, vermeldete aber gute Nachrichten: «Der Bürgschaftsausschuss ist nach kleineren Ergänzungen, die in Schriftform erfolgen werden, bereit, Quelle über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) einen finanzierten Massekredit von 50 Millionen Euro zu gewähren.»

Handel / Arcandor / Quelle
25.06.2009 · 14:45 Uhr
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