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Nigerias Armee übernimmt die Kontrolle über Jos

Ein Soldat der Regierungsarmee in den Trümmern eines zerstörten Hauses.Großansicht
Abuja (dpa) - Die nigerianische Armee hat in der Stadt Jos nach tagelangen religiösen Ausschreitungen die Kontrolle übernommen. Das gab Vizepräsident Goodluck Jonathan am Donnerstagabend im staatlichen Fernsehen bekannt.

In Jos waren bei blutigen Kämpfen zwischen christlichen und muslimischen Gruppen seit Sonntag hunderte Menschen getötet worden. «Die Bundesregierung wird dieser hässlichen Entwicklung mit Stärke und allen zur Verfügung stehenden Mitteln begegnen», sagte Jonathan, der seit mehr als sechs Wochen die Amtsgeschäfte für den erkrankten Präsidenten Umaru Yar'Adua führt. Er habe der Armee daher die Sicherheitsbelange in Jos sowie allen Risikogebieten übertragen, in denen eine Ausweitung des Konflikts droht. Jonathan versicherte, die Gewalttäter und ihre Hintermänner würden festgenommen und vor Gericht gestellt.

Über die Zahl der bei den Unruhen getöteten Menschen gibt es widersprüchliche und offiziell nicht bestätigte Meldungen. Während die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch von mindestens 200 Toten ausgeht, ist in anderen Berichten von fast 500 Toten die Rede. «Wir wissen nicht, wie viele Tote es sind, weil die Menschen noch die Leichen bergen», sagte Blessing Ejofor vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Abuja.

Am Donnerstagmorgen habe das nigerianische Rote Kreuz 18 000 Flüchtlinge verzeichnet. Da sich die Lage in der Stadt Jos dank der massiven Präsenz von Polizei und Armee aber deutlich entspannt habe, gingen die Helfer davon aus, dass viele der Flüchtlinge bald wieder in ihre Häuser zurückkehrten. In einigen Vororten sei auch am Donnerstag noch gekämpft worden, hieß es in Berichten.

Viele Geschäfte und Häuser in der Innenstadt von Jos wurden bei den seit Sonntag andauernden Kämpfen niedergebrannt, berichtete die Zeitung «The Punch» am Donnerstag in ihrer Onlineausgabe. Der örtliche Polizeichef sprach von schweren Schäden.

Konflikte / Nigeria
22.01.2010 · 08:04 Uhr
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