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Niedlich, kindlich: Aus dem Fotoalbum der Neonazis

Fröhlich lachend und scheinbar harmlos: Beate Zschäpe auf einem Fahndungsfoto. Foto: Polizei SachsenGroßansicht

Erfurt/Berlin (dpa) - Mit nackten Füßen und Schlabberjeans sitzt sie auf dem Sofa, vollkommen vertieft in eine «Bravo» mit der Boygroup «Take That» auf dem Titel. Die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe sieht auf den Teenager-Fotos, die die «Bild»-Zeitung am Freitag veröffentlichte, vollkommen harmlos aus.

Fast noch ein Kind, ein wenig verstrubbelt, niedlich. Die Bilder stammen wahrscheinlich aus dem Jahr 1993 - fünf Jahre bevor das Thüringer Trio mit Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt als Bombenbauer gesucht wurde, 18 Jahre bevor sie für eine grausame rechtsextreme Mordserie in ganz Deutschland verantwortlich gemacht werden.

Schon damals waren die drei Neonazis offensichtlich befreundet und feierten Partys bis spät in die Nacht. Eines der Bilder zeigt die damals 18-jährige Zschäpe mit Mundlos im Bett - sie trägt einen rosa «Minnie Maus»-Pyjama und schaut sehr verschlafen. Welche Verbindung die einzige Frau des Terror-Trios zu den beiden Männern wirklich hatte, ist unsicher. Spekuliert wird, sie soll zunächst mit Mundlos, dann mit Böhnhardt liiert gewesen sein.

Mundlos und Böhnhardt sieht man mit den kurzgeschorenen Haaren die politische Gesinnung auch auf den Jugend-Bildern an. Böhnhardt, der von Weggefährten als unkontrollierter Waffennarr beschrieben wird, sitzt in Bomberjacke neben Zschäpe, die Hand auf ihrem Knie. Das Mädchen dagegen wirkt unauffällig, wie das nette Girlie von nebenan, das durchaus einigen Jungen den Kopf verdreht. Nach Einschätzung der Thüringer Linke-Abgeordneten Katharina König aber täuscht dieser Eindruck: Hinter der harmlosen Fassade sei Zschäpe äußert gewaltbereit gewesen, erinnert sie sich.

Wie eine typische Nazi-Braut habe das Mädchen nie ausgesehen - die wilde Lockenfrisur untypisch, keine rechten Symbole. «Trotzdem war sie nicht diejenige, die sich zurückgehalten hat, wenn es zur Sache ging», sagt König. Ein ehemaliger Sozialarbeiter erinnert sich, dass Zschäpe als Jugendliche immer wieder im Supermarkt klaute - Dinge, die sie eigentlich nicht brauchte.

Mundlos wird von Klassenkameraden als infantil und zynisch beschrieben - das passt zum Terror-Video mit der Comicfigur Paulchen Panther. Er gilt als eher intellektuell - auf den Fotos ist er 20 Jahre alt und gibt sich alles andere als das: Er grinst breit und zähnezeigend in die Kamera, das Gesicht zu einer beinahe stupiden Grimasse verzogen: Eben ein Partyfoto des Teenagers von nebenan.

Extremismus / Kriminalität
18.11.2011 · 21:47 Uhr
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