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Niedersachsens «kürzester Ministerpräsident» auf Zeit

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (r) wird Christian Wulff für einen Tag als Ministerpräsident ersetzen.Großansicht
Hannover (dpa) - Ein Stück weit hat Jörg Bode es in der Hand, ob er Deutschlands Ministerpräsident mit der kürzesten Amtszeit aller Zeiten wird. Der niedersächsische Wirtschaftsminister wird am Mittwoch in der Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten mitwählen.

Wenn für den Favoriten, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), alles glattgeht, wird der FDP-Minister Bode das Amt des Regierungschefs von ihm übernehmen - wenn auch nur für rund einen Tag. Bode wäre damit sozusagen der Ministerpräsident mit der kürzesten Amtszeit aller Zeiten.

«Es wäre schon ein sehr emotionaler Moment», sagte Bode der Nachrichtenagentur dpa. So etwas habe es schließlich in der Geschichte Deutschland noch nie gegeben. «Dass man Teil dieser Geschichte ist, das ist schon ganz besonders und macht einen auch ein bisschen stolz.» Wehmut wegen des baldigen Endes der «Regierungszeit» habe er aber keine: «Ich habe nie auf dieses Amt hingearbeitet.»

Grundsätzlich wird sich Bodes Arbeitstag durch sein Amt auf kurze Zeit nicht verändern. Weder Termine noch andere Arbeitshandlungen sind absehbar. «Es kann natürlich immer was passieren, aber es ist schon so geplant, dass wir uns auf die Landtagssitzung, auf die Neuwahl, auf die Regierungserklärung, auf die Abstimmungen, die dafür erforderlich sind, vorbereiten», erklärt der gebürtige Celler. Am Donnerstag soll der 39-jährige CDU-Fraktionschef David McAllister im Landtag als regulärer Nachfolger von Wulff gewählt werden.

Inhaltliche Hinweise für das Amt hat er von Wulff keine bekommen. «Ich glaube auch, für einen Tag braucht man keine Tipps», sagte Bode. Als stellvertretender Ministerpräsident habe er ja bereits die Vertretung Wulffs übernommen, etwa in Urlaubszeiten. «Der Tag wird so ablaufen, dass ich in Berlin mit Christian Wulff noch zusammen bin», sagte Bode. Erst danach werde er nach Hannover fahren, wo unter anderem die Fraktionssitzungen von CDU und FDP warten.

Auch finanziell wird der eine Tag als Landeschef für Bode keine Auswirkungen haben. Weder seine Pension noch sein Monatsverdienst werden sich verändern, heißt es aus der Staatskanzlei.

Bodes Ehefrau Kay sieht die kurze «Regierungszeit» ihres Mannes übrigens eher gelassen. «Man muss die Kirche im Dorf lassen», meint die 39-Jährige. Während der Bundesversammlung sei sie auch nicht in Berlin, sondern bleibe zu Hause in Celle bei ihrem sechsjährigen Sohn Bennet Ole. «Wir werden die Stunden, in denen mein Mann Ministerpräsident wird, wohl getrennt voneinander verbringen.» Von weiteren Karriere-Ambitionen ihres Mannes, der seit Oktober 2009 Wirtschaftsminister ist, hält sie eher nicht viel. «Ich sehe ihn jetzt schon selten genug.»

Regierung / Niedersachsen / Ministerpräsident
29.06.2010 · 22:22 Uhr
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