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Neun Tote bei Amoklauf in den USA

Amoklauf in den USAGroßansicht

Manchester/New York (dpa) - Erneut schockiert ein Amoklauf die Öffentlichkeit in den USA: Der Fahrer eines Getränkehandels erschoss am Dienstag auf dem Gelände seiner Firma nordöstlich von New York acht Menschen.

Danach rief er laut amerikanischen Medienberichten seine Mutter an, entschuldigte sich für die Bluttat, sagte, dass er sie liebe - und richtete die Waffe gegen sich selbst. Das Verbrechen ereignete sich auf dem Gelände eines Bier- und Weinhändlers in der Stadt Manchester im US-Staat Connecticut. Nach Angaben eines Gewerkschafters war der 34-Jährige zur Geschäftsleitung bestellt worden, weil er abgemahnt oder weil ihm die Kündigung nahegelegt werden sollte. «Die Gewerkschaft hat ihn zu dem Treffen mit dem Unternehmen begleitet, um die Sache zu klären», sagte der Mann der Zeitung «Hartford Courant». «Er hat sofort geschossen.»

Nach ersten Ermittlungen feuerte der 34-Jährige mit einem halbautomatischen Gewehr auf Manager, Gewerkschafter und Kollegen. Die meisten Menschen wurden in dem Lagerhaus getroffen, in dem die Aussprache sein sollte, andere davor auf dem Gelände. Die Feuerwehr musste später löschen: Ein Gabelstapler war umgekippt und geriet in Brand, nachdem der Fahrer getötet wurde.

Laut einem Bericht des Senders ABC rief der Täter anschließend seine Mutter an, entschuldigte und verabschiedete sich. Er liebe sie und seine Freundin und es tue ihm leid - dann erschoss er sich. Grund für seine Tat seien ständige rassistische Anspielungen gewesen, sagte eine Frau, die sich als Mutter seiner Freundin vorstellte. Die Frau sagte, er habe Bilder auf seinem Telefon «mit dem N-Wort» (dem Schimpfwort Nigger) bekommen und einmal sei eine Galgenschlinge an die Wand des Waschraums geschmiert gewesen.

Von Seiten der Gewerkschaft hieß es, der Mann habe «disziplinarische Probleme» gehabt. Details wurden nicht genannt. Angeblich soll der spätere Amokläufer einmal am Arbeitsplatz gestohlen haben, zitierte der «Courant» einen Ermittler. Er hatte vor drei Jahren seinen Dienstführerschein verloren, weil er wiederholt zu schnell gefahren war.

Der Schütze wurde später tot auf dem Gelände des Familienunternehmens gefunden. Nach Angaben der Ermittler muss er sich selbst erschossen haben, weil Polizisten keine Schüsse abgaben. «Es ist einer von diesen Arbeitsplatz-Tatorten, die es überall im Land gibt», sagte ein Polizist. Bei der Waffe soll es sich um ein halbautomatisches Gewehr vom Kaliber .223 handeln. Einer der Toten soll ein 60 Jahre alter Getränkewagenfahrer gewesen sein. Nach Informationen des «Hartford Courant» wollte er nach 30 Jahren in dem Unternehmen in wenigen Monaten in den Ruhestand gehen.

Kriminalität / Amoklauf / USA
03.08.2010 · 22:12 Uhr
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