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Neuer Prozess um Quälereien an Rekruten begonnen

Bei Übungen im Sommer 2004 waren waren mehr als 160 Soldaten Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt gewesen.

Münster (dpa) - Der Strafprozess um sadistische Ausbildungsmethoden an Bundeswehrrekruten in Coesfeld ist am Donnerstag in eine neue Runde gegangen.

Wegen der Vorfälle im Jahr 2004 sind noch sieben Ex-Unteroffiziere angeklagt. Freiheitsstrafen gelten als unwahrscheinlich. «Es wird nur um Geldstrafen gehen können», sagte Staatsanwalt Michael Frerichs am Landgericht Münster.

Im Sommer 2004 waren über 160 Soldaten der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne bei Übungen den Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt gewesen. Laut Anklage wurden bei nachgestellten Verhören Rekruten gezwungen, gefesselt und mit verbundenen Augen zu knien. Einigen seien Tritte, Schläge oder Stromstöße versetzt worden.

Ursprünglich hatte es 18 Angeklagte gegeben. Andere Verfahren gegen den Kompaniechef und die eigentlichen Rädelsführer der Misshandlungen wurden schon 2007 abgeschlossen. Die Männer, die nun vor Gericht stehen, waren damals zu Geldstrafen verurteilt oder freigesprochen worden. Diese sieben Urteile wurden später aufgehoben.

Weil das Strafverfahren seit bald sieben Jahren läuft, forderten Verteidiger der Ex-Unteroffiziere die Einstellung des Prozesses. Das lehnte der Staatsanwalt jedoch mehrfach ausdrücklich ab: Diese Gelegenheit hätten die Männer schon vor Jahren verpasst. Die Justiz dürfe dem Steuerzahler nicht die großen Verfahrenskosten aufbürden.

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Prozesse / Kriminalität / Bundeswehr
12.05.2011 · 12:56 Uhr
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