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Neuer Flieger für die Kanzlerin

Merkels AirbusGroßansicht
Hamburg (dpa) - Mit der Pannenserie soll nun Schluss sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Minister können künftig mit nagelneuen Regierungsmaschinen um die Welt fliegen. Den ersten von zwei Airbus A319 hat die Bundeswehr am Mittwoch auf der Lufthansa-Werft in Hamburg in Empfang genommen.

Qualm im Cockpit, ungeplante Tankstopps, Verspätungen oder gar Flugausfälle - mit den alten Fliegern gab es immer wieder Probleme. Ob Merkel, Bundespräsident Horst Köhler oder Ex-Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD): Alle hatten mit anfälligen Regierungsjets zu kämpfen. Die Oldtimer der Luftwaffe werden nun ausgemustert.

In der schmucklosen Flugzeughalle in Hamburg herrscht am Mittwoch großer Auftrieb . Vor allem dunkelblaue und graue Bundeswehr- Uniformen sind zu sehen, dazwischen einige Gäste aus der Politik. Bevor das Flugzeug mit viel Tamtam enthüllt wird, kommen Reden, symbolische Schlüsselübergabe und Big-Band-Musik vom Luftwaffenmusikkorps 4 mit passenden Stücken wie dem «Fliegermarsch» und «Über den Wolken».

Als der weiße Vorhang fällt, ist ein relativ kleines weißes Flugzeug mit schwarzrotgold lackiertem Band und der Aufschrift «Bundesrepublik Deutschland» zu sehen. Das Publikum interessiert sich besonders für das Innere der Maschine - doch das bleibt verborgen. Eine Führung sei nicht vorgesehen, sagt Verteidigungs-Staatssekretär Rüdiger Wolf lapidar, weil der neue Regierungsjet direkt nach der feierlichen Übergabe nach Berlin-Tegel startet.

So vertröstet Lufthansa Technik - das Unternehmen hat die Maschine für den Regierungseinsatz ausgestattet - das Publikum mit Bildern. Die lassen erahnen, dass normale Flugreisende neidisch werden können. Das Innere wirkt geräumig und hell, Beigetöne und gedeckte Farben dominieren.

Zweigeteilt ist das Flugzeug - in einen VIP-Bereich mit 12 Sitzen und einen Delegationsbereich mit 22 oder 32 Plätzen. Gemütlich sieht das Privatbüro aus - das Büro des «ranghöchsten Reisenden», wie der Vorstandschef von Lufthansa Technik, August Wilhelm Henningsen, betont. «Es ist nicht notwendigerweise eine Kanzlermaschine.»

Eine Schiebetür am Eingang führt zum Büro. Darin: Ein großes Sofa, gegenüber zwei VIP-Sitze - auch als Schlafsessel nutzbar - an einem Arbeitstisch. Das Privatbad wirkt recht luxuriös - mit einem schicken silbernen Waschbecken, einer Schiebetür zur Dusche und einer Toilette. Henningsen lobt das «zeitlos elegante und repräsentative Design». Er betont, dass der Flieger behindertengerecht sei. Und sehr leise: Wände und Teppiche dämmen den Fluglärm.

Die Kanzlerin werde den neuen Regierungsflieger «mit großer Wahrscheinlichkeit» zum ersten Mal nutzen, kündigt Staatssekretär Wolf an. Wann und wohin, das sei bisher allerdings unklar. Mit dem Airbus A319 ist ein Non-Stopp-Flug von Berlin zum Beispiel bis Peking oder Washington möglich.

Der zweite Airbus A319 soll voraussichtlich im Juni übergeben werden, zwei A340 für die Langstreckenflotte folgen gegen Ende 2010 und Mitte 2011. Die Gesamtkosten beziffert Wolf auf 830 Millionen Euro. Dem ersten neuen Regierungsjet wünscht er «many happy landings».

Luftverkehr / Bundesregierung
31.03.2010 · 15:42 Uhr
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