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Neuer DIW-Chef fordert mehr Integration in Europa

Berlin (dts) - Der künftige Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat in seinem ersten Interview zu mehr Integration in Europa aufgerufen. "Woran es fehlt, ist eine gemeinsame, langfristige Vision für Europa", sagte Fratzscher gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). Nötig sei zudem eine engere europäische Koordination der Wirtschafts- und Finanzpolitik.

So könne man mittelfristig den "Geburtsfehler des Euro" beheben. Fratzscher ist derzeit noch Abteilungsleiter bei der Europäischen Zentralbank (EZB), räumte aber ein, dass niemand genau wisse, wie die Euro-Krise zu lösen sei. Um Fehlentwicklungen künftig zu vermeiden, sei ein Souveränitätsverzicht der Staaten notwendig, betonte der neue DIW-Chef. Sie müssten einen Teil ihrer wirtschafts- und finanzpolitischen Autonomie verlieren. In der aktuellen Krisensituation müssten die angeschlagenen Länder die versprochenen Reformen umsetzen. "Das ist das A und O", so Fratzscher. Zudem müssten sie am Sparkurs festhalten, obwohl sie sich in der Rezession befinden. Derzeit mangele es vor allem am Vertrauen der Investoren und der Finanzmärkte, sagte Fratzscher. Dieses könne nur durch entschlossene Reformen zurückgewonnen werden.
Wirtschaft / EU / Weltpolitik / Wirtschaftskrise
09.08.2012 · 17:21 Uhr
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