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Neue Regeln für Flensburger Punkte geplant

Flensburger VerkehrssünderkarteiGroßansicht
Flensburg (dpa) - Neue Regeln für die Flensburger Verkehrssünderkartei hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vorgeschlagen. Im vergangenen Jahr mussten 470 000 Autofahrer in Deutschland ihren Führerschein abgeben - aber KBA-Präsident Ekhard Zinke hält das System für schwer durchschaubar.

Die Punkteregelung soll deshalb reformiert werden, sagte Zinke am Dienstag in Flensburg. Bisher verfällt ein gesammelter Punkt nicht, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit ein neuer dazukommt. «Das ist intransparent», sagte Zinke. Für einen Verkehrssünder sei schwierig nachzuvollziehen, wie viele Punkte er hat. Der Vorschlag des KBA: Die Zeit, bis ein Punkt verfällt, wird verlängert, dafür sind sie nach nach drei, sechs oder zwölf Jahren - je nach Verstoß - definitiv weg. «Das sind erste Gedanken auf Arbeitsebene», betonte Zinke. Über die Punktereform muss die Bundesregierung beraten und entscheiden.

Die Zahl der Autofahrer, die 2009 ihren Lappen verloren, lag fast fünfmal so hoch wie noch 1991. Als Hauptgrund für diese Steigerung nannte Zinke bei der Vorlage des KBA-Jahresberichts die Wiedervereinigung: 1991 war das erste vollständige Jahr, das mit den neuen Bundesländern ausgewertet wurde. Vor allem bis 1994 zogen die Zahlen an. Zudem haben heute pro 1000 Einwohner mehr Menschen Autos oder Motorräder als noch Anfang der 1990er Jahre.

Außerdem sei ein Fahrverbot - zum Beispiel beim Überfahren einer roten Ampel oder bei zu schnellem Fahren - heute wegen anderer Punkte-Regeln schneller zu erreichen als noch vor 20 Jahren. «Wir sind kein Volk von Rasern geworden», betonte Zinke. Die Zahl der Punktesünder in Flensburg lag am 1. Januar 2010 mit knapp neun Millionen Menschen registriert um 1,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die meisten von ihnen waren zu schnell gefahren.

Abwrackprämie senkt Durchschnittsalter

Die Zahl der zugelassenen Autos stieg um 1,3 Prozent auf 41,7 Millionen. 2009 wurden 3,8 Millionen Autos neu zugelassen - dank der Abwrackprämie ein Plus von 23,2 Prozent. Die vielen Neuwagen senkten das Durchschnittsalter der Fahrzeuge von 8,2 auf 8,1 Jahre. Während Sportwagen mit einem Minus von 26 Prozent deutlich weniger gefragt waren, verdoppelte sich bei den Neuzulassungen die Zahl der Kleinstwagen nahezu. Elektro- und Hybridantriebe blieben weiter eine Randerscheinung. Bei den Farben liegen weiße Autos weiter im Trend. Fast jedes zehnte Auto ist weiß lackiert.

Die Zahl der Drogenverstöße inklusive Alkohol sank um rund zehn Prozent. Trotzdem wurden immer noch mehr als 200 000 Delikte gezählt. Die Zahl der Umweltzonenverstöße verfünffachte sich innerhalb eines Jahres. «Das liegt auch daran, dass es viel mehr Umweltzonen gibt als früher», erklärte Zinke. Die meisten Verstöße wurden 2009 in Bremen (10 300) und Frankfurt am Main (5100) geahndet. 418 000 Punkte wurden wegen des verbotenen Telefonierens am Steuer verteilt.

Autofahrer nach 30 Jahren ohne Führerschein erwischt

Auch ganz klare Fälle von Führerscheinentzug hindern manche Fahrer indessen nicht, sich ans Steuer zu setzen: Die rheinland-pfälzische Polizei berichtete am Dienstag von einem Autofahrer, der drei Jahrzehnte ohne Führerschein gefahren war. Bei einer Kontrolle an der Autobahn A6 verwickelte sich der 64-Jährige dann in Widersprüche. Nachforschungen ergaben, dass der Mann bereits seit 30 Jahren keinen Führerschein mehr besitzt. Die Polizei leitete ein Verfahren ein.

KBA-Jahresbericht: http://dpaq.de/Mpvz5

Verkehr / Auto / Statistik
30.03.2010 · 16:22 Uhr
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