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Neue Proteste gegen Rentenreform in Frankreich

Protest gegen Frankreichs Rentenreform.Großansicht

Paris (dpa) - Mit landesweiten Streiks und Demonstrationen hat in Frankreich ein neuer Protesttag gegen die von Präsident Nicolas Sarkozy geplante Rentenreform begonnen. Bereits am Donnerstagvormittag legten zahlreiche Menschen die Arbeit nieder.

Vor allem im Schienen- und Luftverkehr gab es erhebliche Behinderungen. An den Pariser Großflughäfen Charles de Gaulle und Orly wurde damit gerechnet, dass im Laufe des Tages 40 bis 50 Prozent der Kurz- und Mittelstreckenflüge gestrichen werden müssen. Auch Schulen, die Post und Unternehmen wie der Ölkonzern Total waren von Streiks betroffen.

Die französischen Gewerkschaften wollen mit den Protesten Änderungen der Reformpläne erzwingen, die eine deutliche Anhebung des Renteneintrittsalters vorsehen. Wer mindestens 40,5 Jahre Beiträge gezahlt hat, kann derzeit in Frankreich bereits mit 60 Jahren die volle Rente kassieren. Diese Altersgrenze soll nun bis 2018 auf 62 Jahre angehoben werden. Wer nicht genug Arbeitsjahre nachweisen kann, soll zudem künftig erst mit 67 die volle Rente bekommen können. Bislang war dies bereits mit 65 Jahren möglich.

Die Gewerkschaften hofften, im Laufe des Tages mehrere Millionen Menschen auf die Straße zu bringen. Landesweit waren rund 230 Veranstaltungen geplant. Die größte Demonstration sollte es am Nachmittag in Paris geben. Nach am Donnerstag veröffentlichten Umfrageergebnissen unterstützen 63 Prozent der Franzosen die Streikenden. Beim vorherigen Protesttag am 7. September waren nach Gewerkschaftsangaben bis zu 2,7 Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Das Innenministerium schätzte die Zahl der Demonstranten auf lediglich 1,1 Millionen.

Die Rentenreform wurde bereits von der Nationalversammlung verabschiedet und gilt als wichtigstes Reformwerk von Präsident. Sarkozy. Im nächsten Schritt wird sich Anfang Oktober der Senat mit ihr befassen. Nach Ansicht der Gewerkschaften und Teilen der Opposition gibt es andere Möglichkeiten, die Milliardenlöcher in der Sozialkasse zu stopfen. Unter anderem könnten die Kapitaleinkünfte und Gewinne von Banken stärker besteuert werden, heißt es. Die Regierung sieht hingegen keine Alternativen. Nach ihren Berechnungen werden 2020 rund 45 Milliarden Euro in der Rentenkasse fehlen, wenn es keine grundlegende Reform gibt. Bereits für dieses Jahr wird der Fehlbetrag mit 32,3 Milliarden Euro angegeben.

Informationen der Bahn zum Protesttag

Rente / Frankreich
23.09.2010 · 12:05 Uhr
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