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Neue Gewalt in Syrien vor 2. Treffen der Kontaktgruppe

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Kairo (dpa) - Trotz aller internationalen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in Syrien geht das Blutvergießen unvermindert weiter.

Vor dem zweiten Treffen der Kontaktgruppe der Freunde Syriens am Sonntag setzten Regierungstruppen nach Angaben von Oppositionellen ihre Angriffe auf die Protesthochburgen fort. Landesweit seien mindestens 25 Menschen getötet worden, hieß es am Samstag. Präsident Baschar al-Assad hatte zuvor klargestellt, dass sich die Armee erst zurückzieht, wenn die Aufständischen entwaffnet werden.

Die Kontaktgruppe aus mehr als 60 Staaten und internationalen Organisationen will in Istanbul nach Angaben des türkischen Außenministeriums über einen Rückzug syrischer Streitkräfte aus den Städten sowie humanitäre Hilfe sprechen. Die Türkei hat in den vergangenen Tagen zudem erneut eine Pufferzone zum Schutz von syrischen Zivilisten ins Spiel gebracht. Ein erstes Treffen der Gruppe hatte es bereits Ende Februar in Tunesien gegeben. Seitdem eskalierte die Situation in Syrien weiter.

In Saudi-Arabien stimmte sich US-Außenministerin Hillary Clinton weiter mit dem Königshaus über das gemeinsame Vorgehen ab. Riad vertritt gemeinsam mit dem Golfstaat Katar einen harten Kurs gegen Assad. Im Gegensatz zur Mehrheit der Staaten in der Arabischen Liga fordern sie einen Rückzug des Machthabers. Auch über Waffenlieferungen an die syrische Opposition aus dem Golf wird seit längerem spekuliert.

Unterdessen gibt es bei den Vereinten Nationen bereits erste Vorbereitungen für eine Beobachtermission. Erste Experten seien ausgewählt worden, hieß es aus Diplomatenkreisen. Damit will die Weltorganisationen möglichst schnell reagieren können, wenn eine solche Maßnahme beschlossen wird. Im Gespräch ist ein Stab von 200 bis 300 Mitarbeitern. Am Montag wolle der Sondergesandte von UN und Arabischer Liga, Kofi Annan, den Sicherheitsrat per Videoschaltung über den Stand seiner Beratungen informieren.

Nach Gesprächen in Damaskus, Moskau und Peking will Annan auch mit dem Iran und Saudi-Arabien verhandeln. Der Sondergesandte werde «in Kürze Teheran und Riad besuchen, um deren Regierungen von der Notwendigkeit einer einheitlichen internationalen Front hinter seinem (Sechs-Punkte-)Plan für Syrien zu überzeugen», kündigte sein Sprecher Ahmad Fawzi nach UN-Angaben an. Teheran gilt als enger Verbündeter des syrischen Regimes. Assad will den Friedensplan Annans erst umsetzen, wenn die Opposition ihre Waffen abgibt.

In Syrien lieferten sich regimetreue Soldaten erneut heftige Gefechte mit Deserteuren. In der Unruheprovinz Idlib nahe der Grenze zur Türkei seien dabei acht Menschen getötet worden, teilten Aktivisten mit. Auch in der Hauptstadt Damaskus habe es erneut Kämpfe gegeben. In der Provinz Homs zählten Oppositionelle sieben Tote. Acht Menschen seien in der südlichen Provinz Daraa ums Leben gekommen. Dort habe es Gefechte gegeben, nachdem Rebellen einen regimetreuen Soldaten getötet hätten.

Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar. Seit Beginn des Aufstands gegen Assad vor einem Jahr sind nach UN-Schätzungen mindestens 9000 Menschen getötet worden.

Konflikte / Syrien
31.03.2012 · 17:05 Uhr
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