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Neue Erfolge bei Terrorfahndung im Irak

Nach Angriff gegen Al-Kaida-FührerGroßansicht
Bagdad/Mossul (dpa) - Nachdem sie bei der Terrorfahndung monatelang auf der Stelle traten, melden die US-Armee und die irakischen Sicherheitskräfte jetzt jeden Tag neue Erfolge.

Am Dienstag töteten sie bei einer gemeinsamen Operation in Mossul Abu Soheib Ahmed al-Obeidi, der als Kommandeur der Al-Kaida-Terroristen für die drei Nord-Provinzen Ninive, Tamim und Salheddin galt. Das verlautete aus Sicherheitskreisen in der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul.

Am Vortag hatten der amtierende Ministerpräsident Nuri al-Maliki und die US-Armee den Tod der beiden Anführer der Al-Kaida-Terrorzellen im Irak, Abu Ajjub al-Masri und Abu Omar al-Bagdadi, bekanntgegeben. Diese waren am vergangenen Wochenende in der Provinz Salaheddin getötet worden.

Doch die Extremisten sind noch handlungsfähig. In der Ortschaft Al-Tarmija nördlich von Bagdad massakrierten Terroristen fünf Familienangehörige des Vizekommandeurs einer Bürgerwehr. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Al-Yaqen drangen sie im Morgengrauen in das Haus der Familie ein. Sie töteten die Ehefrau des Bürgerwehr-Kämpfers, eine Tochter und drei Söhne. Anschließend enthaupteten sie die Leichen der drei Söhne und verschwanden. Der Vizekommandeur selbst war zum Zeitpunkt des Überfalls nicht zu Hause gewesen. Am Dienstag wurden der Polizeichef der westlichen Stadt Hit und zwei Leibwächter getötet. In Kirkuk im Norden erschossen Unbekannte nach Polizeiangaben einen weiteren Polizisten.

In der nördlichen Kurdenprovinz Suleimanija erlitten nach Angaben irakischer Medien mehrere Menschen Verletzungen, als die iranische Artillerie Dörfer entlang der Grenze unter Beschuss nahm.

Die irakische Wahlkommission bereitet sich derweil auf die Neuauszählung der Stimmzettel aus der Hauptstadt Bagdad vor. Freie Mitarbeiter wurden einbestellt, um die Auszählung per Hand zu wiederholen. Ein irakisches Berufungsgericht hatte am Montag einem Antrag der Rechtsstaat-Allianz von Ministerpräsident Nuri al-Maliki stattgegeben, der eine zweite Auszählung gefordert hatte.

Al-Malikis Rivale Ijad Allawi erklärte, er sei nicht generell gegen eine Neuauszählung. Es sei jedoch zu befürchten, dass die unterlegenen Parteien diese Gelegenheit ausnutzen würden, um das Wahlergebnis zu fälschen.

Allawis Bündnis hatte am 7. März bei der Parlamentswahl 91 von insgesamt 325 Mandaten erhalten. Al-Malikis Allianz landete mit 89 Mandaten auf dem zweiten Platz. Al-Maliki beantragte daraufhin wegen angeblicher Wahlfälschung die Neuauszählung von Hand in fünf Städten. Bislang wurde dies jedoch nur für Bagdad angeordnet.

Konflikte / Irak
20.04.2010 · 18:30 Uhr
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