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Neue blutige Unruhen in Kirgistan

Krise in KirgistanGroßansicht
Minsk/Bischkek (dpa) - Bei neuen blutigen Unruhen sind in der zentralasiatischen Republik Kirgistan fünf Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Der kirgisische Ex-Präsident Kurmanbek Bakijew, der Anfang April gestürzt worden war, erhielt am Dienstag im autoritär regierten Weißrussland Exil.

In Bakijews Heimat herrschten unterdessen wieder Gewalt und Chaos.

Schwerpunkt der Krawalle war der Ort Majewka im Norden der Hauptstadt Bischkek, wie die Agentur Akipress meldete. Randalierer versuchten, dort Grund und Boden gewaltsam unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei kam es auch zu Schießereien. Die Übergangsregierung unter Rosa Otunbajewa versicherte, die Lage unter Kontrolle zu haben.

Die Unruhen waren wieder aufgeflammt, nachdem es zuletzt Gerüchte über eine mögliche Rückkehr Bakijews nach Kirgistan gegeben hatte. Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko sagte nun allerdings bei einer Fragestunde im Parlament, dass sich der 60-jährige Bakijew zusammen mit seiner Familie in Minsk aufhalte. «Er befindet sich bei uns unter meinem Schutz», sagte Lukaschenko. «Er kann hierbleiben und leben, und es gibt Arbeit für ihn.» Lukaschenko hatte in den vergangenen Tagen Bakijew immer wieder Exil angeboten.

Die Übergangsregierung in Bischkek verlangte eine Auslieferung Bakijews, damit er wegen Mordes vor Gericht gestellt werden könne. Der Ex-Präsident und seine zuletzt in der Regierung beschäftigten Familienangehörigen sollen sich wegen der 85 Toten und mehr als 1600 Verletzten bei dem Volksaufstand Anfang April verantworten.

Auch nach dem Machtwechsel in Bischkek gilt die Lage als instabil. Bakijews Anhänger versuchten weiter, Gewalt und Chaos zu verbreiten, sagte der Vize-Chef der Übergangsregierung, Temir Sarijew. Dennoch sei die Lage unter Kontrolle. Die Menschenrechtlerin Tolekan Ismailowa warnte vor einem Kollaps der neuen Führung. Oft würden bis zu dreimal am Tag Posten neu besetzt. Im Mittelpunkt stünden nur Befindlichkeiten, aber nicht die Professionalität der Politiker, sagte sie der Agentur 24.kg.

Die verarmte Ex-Sowjetrepublik kommt seit dem Blutbad am 7. April nicht zur Ruhe. Otunbajewas Regierung ist von den USA und Russland anerkannt. Die internationale Gemeinschaft hat Kirgistan Hilfe zugesichert. Russlands Präsident Dmitri Medwedew verlangte eine rasche Stabilisierung der Lage im Land und eine durch Wahlen legitimierte Regierung. Medwedew traf sich am Dienstag mit dem usbekischen Präsidenten Islam Karimow, der sich besorgt äußerte über die Vorgänge in seinem Nachbarland. Das autoritär geführte Usbekistan befürchtet wegen der starken usbekischen Minderheit in Kirgistan ein Übergreifen der Revolution.

Kirgistan / Innenpolitik
20.04.2010 · 16:41 Uhr
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