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Netanjahu: Terroristen müssen Konsequenzen tragen

Benjamin Netanjahu und Gilad SchalitGroßansicht

Tel Aviv/Kairo (dpa) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die am Dienstag freigelassenen palästinensischen Häftlinge davor gewarnt, sich an neuen Gewalttaten gegen Israelis zu beteiligen.

«Wer zum Terror zurückkehrt, muss die Konsequenzen tragen», sagte der Regierungschef auf dem Luftwaffenstützpunkt Tel Nov. Netanjahu sprach während einer Begrüßungszeremonie für den freigelassenen israelischen Soldaten Gilad Schalit.

Der Exilchef der radikal-islamischen Hamas, Chalid Meschaal, sprach von einem «Schritt zur Befreiung aller palästinensischen Gefangenen». Meschaal wertete den Austausch am Dienstagabend in Kairo als Beispiel für «erfolgreiche Verhandlungen, die Netanjahu gezwungen haben, dem Austausch zuzustimmen und die ihn vor der öffentlichen Meinung in Israel bloßgestellt haben». Er fügte hinzu, dass «der Feind nur unter Druck nachgibt».

Ismail Hanija, Anführer der im Gazastreifen herrschenden Hamas, sah einen «historischen Sieg». In Ramallah küsste Palästinenserpräsident Mahmud Abbas überschwänglich Ex-Häftlinge, die über einen provisorischen Übergang ins Westjordanland gekommen waren. Nach Jahren abgrundtiefer Feindschaft zur Hamas trat Abbas erstmals wieder gemeinsam mit einem Hamas-Führer auf.

Politiker weltweit zeigten sich erleichtert nach der Freilassung Schalits. Wie bei Bundeskanzlerin Angela Merkel mischte sich in die Freude auch die Hoffnung auf baldige Fortschritte im Nahost-Friedensprozess. Nach 13 Monaten Eiszeit wollen sich Israel und die Palästinenser am 26. Oktober erstmals wieder zu indirekten Friedensgesprächen mit Hilfe eines Vermittlers treffen.

Der britische Premierminister David Cameron hofft, «dass dieser Gefangenenaustausch den Frieden ein Stück näher bringen wird». Das Weiße Haus in Washington begrüßte die Freilassung Schalits. «Wir freuen uns, dass Herr Schalit wieder mit seiner Familie vereinigt ist», sagte Regierungssprecher Jay Carney. «Wir haben lange seine Freilassung gefordert.» UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den Gefangenenaustausch einen «bedeutenden humanitären Durchbruch», der sich hoffentlich positiv auf die festgefahrenen Nahost-Friedensgespräche auswirken werde.

Nach mehr als fünf Jahren in den Händen der Hamas war Schalit freigelassen worden. Im Zuge des größten Gefangenenaustauschs im Nahen Osten seit einem Viertel Jahrhundert entließ Israel die ersten 477 von 1027 palästinensischen Häftlingen in die Freiheit. In zwei Monaten sollen 550 weitere Palästinenser freikommen, die Israel aber selbst aussuchen kann.

Konflikte / Nahost
19.10.2011 · 10:07 Uhr
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