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NATO und Moskau reden über Afghanistan-Nachschub

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Brüssel/Moskau (dpa) - Die NATO hofft darauf, künftig mehr militärischen Nachschub als bisher über Russland nach Afghanistan bringen zu dürfen. Es gebe Kontakte zwischen der NATO und Russland über eine «Verbreiterung» des bisherigen Transitabkommens.

Das sagte NATO-Sprecher James Appathurai am Mittwoch in Brüssel. Der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin sagte der Agentur Interfax, Russland sei bereit, Transitvereinbarungen für Militärtransporte auszuweiten, noch mehr Drogenfahnder auszubilden und Afghanistan Kampfhubschrauber für den Krieg zu verkaufen.    

«In den Krieg werden wir uns aber unter keinen Umständen einmischen», sagte Rogosin: «Dieses Thema ist tabu.» Er betonte auch, Kriegsgerät für die von der NATO geführten 130 000 Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe ISAF dürfe auch künftig nicht per Eisenbahn nach Afghanistan transportiert werden. Die NATO möchte, dass künftig auch beispielsweise gepanzerte Fahrzeuge durch Russland nach Afghanistan gebracht werden können.

Appathurai sagte, beide Seiten hofften, sich beim NATO-Gipfel am 19. November in Lissabon über den erweiterten Transit verständigen zu können. Zum Gipfel wird auch der russische Präsident Dmitri Medwedjew erwartet. Die ISAF-Soldaten werden bisher vor allem über Pakistan versorgt, doch ist dieser Weg in den vergangenen Monaten mehrfach gestört worden.

Zurückhaltend äußerte sich Rogosin zur Frage einer gemeinsamen Raketenabwehr der NATO mit Russland. Hier gebe es viele offene Fragen. So gehe auch die Bewertung der internationalen Bedrohungslage zwischen Militärexperten der Allianz und Russland weiter auseinander.

NATO / Russland / Afghanistan
10.11.2010 · 19:12 Uhr
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