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NATO-Nachschub aus Pakistan rollt wieder

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Islamabad (dpa) - Der Nachschub aus Pakistan für die NATO-Truppen im Nachbarland Afghanistan rollt wieder. Wie ein Sprecher der pakistanischen Sicherheitskräfte am Sonntag mitteilte, passieren seit Mittag (Ortszeit) wieder Lastwagen den wichtigen Übergang Torkham am Khyber-Pass.

Die Regierung in Islamabad hatte am Samstag angekündigt, den seit zehn Tagen geschlossenen Grenzübergang im Nordwesten des Landes wieder zu öffnen. Bei einem neuen US-Drohnenangriff im Stammesgebiet Nord-Waziristan starben unterdessen acht Menschen.

Der Grenzübergang Torkham war am 30. September für den NATO- Nachschub gesperrt worden. Pakistan reagierte damit auf den Beschuss eines Grenzpostens durch US-Hubschrauber aus Afghanistan, bei dem mindestens zwei pakistanische Soldaten starben. Ein pakistanischer Regierungssprecher sagte am Samstag: «Nach Einschätzung der Sicherheitslage hat die Regierung beschlossen, die Nachschubroute über Torkham mit sofortiger Wirkung wieder zu öffnen.» Zuvor hatten sich USA und NATO-Truppen offiziell für den Vorfall entschuldigt.

Seit Beginn der Blockade hatten Extremisten ihre Angriffe auf die Versorgungskonvois verstärkt. Am Samstag setzten Bewaffnete in der südwestlichen Provinz Baluchistan etwa 30 Lastwagen mit Treibstoff in Brand. Das war der fünfte Angriff innerhalb weniger Tagen, bei denen insgesamt rund 150 Fahrzeuge zerstört wurden. Die NATO-geführte Internationale Schutztruppe ISAF in Afghanistan bezieht rund 80 Prozent ihres Nachschubs über Pakistan. Die wichtigste Route führt über Torkham, eine zweite Strecke verläuft durch Baluchistan.

Im Stammesgebiet Nord-Waziristan kamen am Sonntag acht Menschen bei einem neuen US-Drohnenangriff ums Leben. Wie aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, feuerte ein unbemanntes Flugzeug drei Raketen auf einen Gebäudekomplex in Mir Ali. Die Identität der Toten war zunächst unklar. Die Region gilt als Extremisten-Hochburg.

Erst am Samstag hieß es aus Geheimdienstkreisen, bei einem Drohnenangriff Mitte der Woche sei ein Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida getötet worden. Dabei soll es sich um den Libyer Atiyah Abd al-Rahman handeln, auf den die USA ein Kopfgeld von bis zu einer Million Dollar ausgesetzt haben. Bereits zu Wochenbeginn waren in der Region nach bislang offiziell nicht bestätigten Angaben auch acht Deutsche Islamisten bei einem solchen Angriff ums Leben gekommen.

Konflikte / NATO / Pakistan
10.10.2010 · 13:31 Uhr
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