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Nato: Gaddafi-Regime schießt gezielt auf Zivilisten

Tripolis (dts) - Die Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi sollen in der umkämpften Stadt Misrata gezielt Zivilisten töten. Der Kommandeur der Nato-Operation in Libyen, Charles Bouchard, sagte im kanadischen Fernsehen, die Anhänger Gaddafis würden sich auf den Dächern der Moscheen verstecken und dann gezielt Zivilpersonen attackieren. Zudem würden sich die Truppenverbände Gaddafis stets in der Nähe von Krankenhäusern aufhalten, um tragische Fehlschläge der Nato-Kampfbomber zu provozieren.

Dennoch hält der Kommandeur den Einsatz weiterhin für richtig. Ohne den Einsatz der Nato würde es den Menschen in Libyen noch schlechter gehen, so der Offizier. Die Stadt Misrata ist seit rund sieben Wochen von Regierungstruppen umzingelt und wird immer wieder von Raketen beschossen. Gaddafis Sohn, Seif al-Islam, widersprach hingegen den Berichten der Nato: "Wir haben keine Verbrechen gegen unser Volk begangen. Das ist nicht passiert. Das wird nie passieren." Unterdessen versucht die UNO eine humanitäre Katastrophe in Libyen zu verhindern. Nach Angaben der UNO-Nothilfe-Koordinatorin, Valerie Amos, hat die Organisation die Zusage bekommen, ein Büro in Tripolis eröffnen zu dürfen. Nun wolle man sich einen Überblick über die humanitäre Lage in Libyen machen. Eine Sicherheitsgarantie für Hilfstransporte in umkämpfte Städte lehnte das Gaddafi-Regime aber ab. Auch der Ruf des UNO-Generalsekretär, Ban Ki Moon, nach einer sofortigen Waffenruhe blieb zunächst ungehört. Trotz der Probleme schloss der britische Premier David Cameron den Einsatz von Bodentruppen aus. "Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir zu den Bedingungen der Resolution des UNO-Sicherheitsrates stehen müssen", sagte der Politiker dem britischen Fernsehen. Die Resolution hatte den Einsatz von Bodentruppen explizit ausgeschlossen.
Libyen / Weltpolitik / Proteste / Militär
19.04.2011 · 07:23 Uhr
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