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Nach Ölunfall Teerklumpen an Floridas Küste

Nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» vor vier Wochen sind an der US-Küste Teerklumpen angeschwemmt worden.Großansicht
Washington (dpa) - Vier Wochen nach der Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» wächst die Sorge, dass die Ölpest schwere Umweltschäden an den Küsten Floridas anrichten könnte. Bereits am Montag wurden mindestens 20 Teerklumpen an einen Strand auf der Insel Key West angeschwemmt, die möglicherweise vom Ölunfall im Golf von Mexiko herrühren.

Unabhängige Wissenschaftler befürchten, dass das weiter ins Meer sprudelnde Öl von einer Strömung erfasst wird, um den Südzipfel Floridas herumwandert und so die Ostküste des Sonnenscheinstaates im Atlantik erreicht.

US-Präsident Barack Obama dringt immer energischer auf eine Aufklärung der Ursache des Unfalls. Er will nach Angaben eines Regierungsbeamten dazu eine unabhängige Kommission einsetzen - ähnlich jenen Gremien, die nach der Explosion des Space-Shuttles «Challenger» 1986 und dem Atomunfall von Harrisburg 1979 Nachforschungen anstellten. Daneben laufen bereits mehrere Untersuchungen im Kongress, der Küstenwache und der US-Behörde für Mineralienförderung (MMS), die selbst im Zusammenhang mit der Ölpest in die Schusslinie geraten ist.

So nahm der für die Kontrolle der Tiefsee-Bohrungen zuständige Abteilungsleiter Chris Oynes am Montag seinen Hut - die erste personelle Konsequenz in Washington seit Beginn der Katastrophe. Vorausgegangen war scharfe Kritik Obamas an der seiner Ansicht nach zu engen «behaglichen» Beziehung zwischen der Behörde und der Ölindustrie.

Obama bezog sich dabei unter anderem darauf, dass die zum Innenministerium gehörende MMS Bohrgenehmigungen erteilt hat, ohne dass vorgeschriebene Untersuchungen über die möglichen Umweltfolgen unternommen wurden. Außerdem ließ die Behörde Sicherheitsinspektionen auf den Plattformen von den Ölunternehmen selbst machen.

Es gab bei allen Hiobsbotschaften einen Lichtblick: BP ist es nach eigenen Angaben gelungen, die Öl-Menge zu verdoppeln, die seit Sonntag aus dem Hauptleck am Meeresgrund aufgesogen und auf ein Schiff geleitet wird. Demnach werden jetzt zwei Fünftel der schätzungsweise täglich 700 Tonnen austretenden Rohöls abgefangen, bevor sie ins Wasser gelangen. BP-Experten hatten dazu am Wochenende eine Leitung in das abgerissene Steigrohr eingeführt, aus dem es ununterbrochen sprudelt, seit die Ölplattform am 22. April sank.

Vermutlich am kommenden Wochenende will der Konzern versuchen, das Übel an der Wurzel zu packen: Dann soll das Bohrloch durch den Beschuss von Schlamm und Zement verschlossen werden. BP-Manager Doug Suttles sagte, dass der Ölteppich auf dem Wasser kleiner sei als jemals zuvor seit Beginn der Ölpest: Das hätten Beobachtungen aus der Luft gezeigt. Wissenschaftler hatten aber am Wochenende neuen Alarm geschlagen: Sie haben nach eigenen Angaben riesige Ölschwaden unter der Wasseroberfläche entdeckt.

Die US-Behörde für Ozeanographie (NOAA) erklärte am Montag, es gebe bisher keine endgültigen Erkenntnisse über die Zusammensetzung. Es sei bisher nicht erwiesen, dass es sich um Öl handele. Admiralin Mary Landry von der US-Küstenwache sagte, es habe bisher kein Öl die Strömungen im Golf von Mexiko erreicht.

Umwelt / USA
18.05.2010 · 17:17 Uhr
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