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Nach Missbrauchsskandal am Canisius-Kolleg: Jesuitenorden in den USA beantragt Insolvenz

Washington (dts) - Der Jesuitenorden hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" in den USA Insolvenz beantragt. Damit beugt er einer möglichen Sammelklage von Missbrauchsopfern des Berliner Canisius-Kollegs auf finanzielle Entschädigung vor. Der Berliner Rechtsanwalt Lukas Kawka hatte in den vergangenen Tagen geprüft, ob unter den ehemaligen Schülern, die am Canisius-Kolleg in Berlin und an anderen katholischen Schulen sexuell missbraucht wurden, auch amerikanische Staatsbürger sind. "Dies hätte eventuell eine Klage in den USA ermöglicht, wo wesentlich höhere Schmerzensgelder zugesprochen werden", so Kawka. Da der Orden nun "Chapter 11" beantragt habe, eine nach angelsächsischem Recht mögliche Form des Insolvenzantrags, sei eine Klage in den USA "aussichtslos". Während "Chapter 11" sollen die Finanzen eines Unternehmens neu strukturiert werden. Gläubiger können in dieser Phase keine Forderungen stellen. Amerikanische Gerichte gestehen Missbrauchsopfern hohe Schmerzensgelder zu. Mehr als zwei Milliarden Euro hat die katholische Kirche dort bereits an Opfer überweisen müssen. Nach Bekanntwerden des Skandals am Canisius-Kolleg in Berlin haben sich bundesweit mindestens 115 ehemalige Schüler gemeldet, die in einer der Schulen des Ordens sexuell belästigt worden sein sollen. Bis jetzt vermutet man zwölf Täter, darunter auch zwei Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt der Ende vergangener Woche vorgelegte Zwischenbericht. Der Orden hat eine Anwältin mit der Aufarbeitung der Fälle beauftragt.
DEU / USA / Religion / Sexualstraftaten
21.02.2010 · 12:42 Uhr
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