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Nach IGH-Urteil: «Schlacht um Kosovo geht weiter»

Ein Kosovoalbaner hält den neu ausgegebenen Pass vom Kosovo in den Händen (Archivbild).Großansicht

Belgrad (dpa) - Serbien hat mit Schock und Trotz auf die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) reagiert, die Unabhängigkeitserklärung Kosovos sei mit dem Völkerrecht vereinbar.

«Die Schlacht um Kosovo geht weiter», titelte die Zeitung «Press» am Freitag in Belgrad. «Politische IGH-Entscheidung», titelte «Blic» als größte Zeitung im Lande. «Es hat sich gezeigt, dass diejenigen Recht hatten, die warnten, das Gericht sei keine unabhängige Institution». «Eine unerwartet parteiische Entscheidung», kritisierte die Zeitung «Novosti», titelte jedoch «Serbien gibt nicht auf!». Der Leiter des serbischen Rechtsteams vor dem IGH, Tibor Varadi sprach von «Manipulation».

«Man versucht, uns unser Jerusalem wegzunehmen, alles Heilige und alle Heiligtümer», sagte der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej mit Blick auf die vielen historischen serbischen Klöster und Schlachtfelder im Kosovo.

Die Serben im benachbarten Bosnien drohten zugleich, das Gutachten für sich auszunutzen und sich nun ebenfalls abspalten. «Die Serbenrepublik könnte noch heute Abend eine Deklaration über ihre Selbstständigkeit annehmen, die keinen Verstoß gegen das Völkerrecht darstellte», zitierten die Medien den Regierungschef der serbischen Landeshälfte Bosniens, Milorad Dodik. «Das Urteil ist ein guter Wegweiser für den weiteren Kampf um den Status und die Zukunft», sagte Dodik weiter. «Wir sind schon lange nicht mehr glücklich, dass wir uns in Bosnien-Herzegowina befinden.»

Kosovo / UN / Serbien
23.07.2010 · 09:28 Uhr
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