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Nach Festnahme im Entführungsfall tappt Polizei im Dunkeln

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Heidenheim (dpa) - Ein kurzer Hoffnungsschimmer im Fall der entführten Heidenheimer Bankiersfrau hat sich als trügerisch erwiesen: Ein zunächst tatverdächtiger 44-Jähriger stellte sich als unschuldig heraus.

Er war am Samstagabend festgenommen, kurz darauf aber wieder freigelassen worden, wie die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen erst am Sonntagabend mitteilte. Die Frau wird seit Mittwoch vermisst und schwebt nach Ansicht der Polizei wahrscheinlich in Lebensgefahr.

Die Polizei hatte das Anwesen des 44-Jährigen im Raum Heidenheim aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hatte die Durchsuchung genehmigt. Doch die Hoffnung, auf dem Grundstück die Frau des Chefs der Kreissparkasse Heidenheim zu entdecken, erfüllte sich nicht. Außer dem Auto der zweifachen Mutter wurde bisher nur ihr Handy entdeckt.

Unterdessen verteilen etwa 100 Helfer 8000 Flugblätter rund um den Entführungsort in Heidenheim und die Fundstelle des Wagens der 54- Jährigen in Neresheim. Davon erhofft sich die Polizei weitere Hinweise, deren Gesamtzahl am Sonntag auf 350 angewachsen war. Auf Anhaltspunkte, die zur Freilassung von Maria B. führen, hat die Familie eine Belohnung von 50 000 Euro ausgesetzt.

Die tagelange Suche mit Hunden wurde am Sonntagabend eingestellt. Zuvor hatten 150 Hundeführer mit 50 Tieren das Gelände rund um den Wohnort der 54-jährigen durchkämmt. Im Einsatz waren neben 250 Polizeibeamten und zwei Polizeihubschraubern auch elf Angehörige der Bergwacht, die einen Steinbruch unter die Lupe nahmen. Ein Gebiet in der Größe von 13 mal 15 Kilometern hat die Polizei bereits abgesucht. Ein genauer Plan für den Montag lag am Sonntagabend noch nicht vor.

Die 54-Jährige war am Mittwochvormittag aus dem Haus der Familie in ihrem eigenen Wagen entführt worden. Wenig später rief ein Erpresser den Ehemann an und forderte Geld. Bei dieser Gelegenheit konnte Maria B. ihren Mann kurz sprechen und berichtete, sie sei in Lebensgefahr. Die geforderte Summe in Höhe von 300 000 Euro wurde wie gefordert neben der Autobahn 7 hinterlegt, aber nicht abgeholt. Nach einer gescheiterten Geldübergabe brach jede Verbindung zu den Tätern ab. Trotz dringender Appelle des Ehemannes und zweier erwachsener Kinder des Paares ist bislang kein weiterer Kontakt bekannt.

Kriminalität
16.05.2010 · 19:56 Uhr
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