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Nach Anschlag auf Bahn in Berlin Suche nach Tätern

S-Bahnhof OstkreuzGroßansicht

Berlin (dpa) - Nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag am Berliner Bahnhof Ostkreuz sucht der Staatsschutz der Kriminalpolizei mit Hochdruck nach den Tätern. Erfolgversprechenden Erkenntnisse zu dem politisch motivierten Anschlag gebe es noch nicht, hieß es bei der Polizei am Dienstag.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verurteilte die Tat ebenso wie alle Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtete eine neue Eskalation linksextremistischen Terrors. Ein Bekennerschreiben hält die Polizei für authentisch.

An die Adresse der Bahn wurden Forderungen laut, ihre Anlagen besser zu schützen. Auch am Dienstag waren hunderttausende Menschen von den Einschränkungen im Bahnverkehr betroffen. Die Bahn repariere Tag und Nacht die defekten Leitungen, die bei dem Brand einer Kabelbrücke in der Nacht zum Montag zerstört wurden, hieß es. Der Bahnhof Ostkreuz ist der größte Umsteigebahnhof im Berliner S-Bahnnetz.

Bahnchef Rüdiger Grube sagte der «Berliner Zeitung» (Mittwoch), die Bahn sei wie ihre Kunden Opfer. «Gegen solch einen hinterhältigen Anschlag kann man sich leider nicht zu hundert Prozent schützen.» Trotzdem sei die Bahn das sicherste Verkehrsmittel.

Wowereit, der in Moskau ist, ließ mitteilen, er hoffe, «dass diese Tat schnell aufgeklärt wird und die Täter bestraft werden». Zunächst müssten die Ermittlungen des Staatsschutzes abgewartet werden. Falls sich der «sogenannte Bekennerbrief» als echt erweise, «würde es sich jedenfalls um Täter mit einem wirren Gedankenhintergrund handeln, die versuchen, angebliche politische Gründe für ihr kriminelles Handeln vorzuschieben», kritisierte der SPD-Politiker.

Im Internet veröffentlichten Linksextreme ein Schreiben, in dem sie den Anschlag mit ihrem Protest gegen Atomkraft, Waffenexporte und den deutschen Staat insgesamt begründeten. Bislang konnten Brandstifter, die nachts wiederholt Autos anzündeten, nur schwer gefasst werden.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, die Gewalt radikaler Gruppen dürfe nicht geduldet werden. «Der Anschlag auf die Bahn ist auch ein Anschlag auf den Staat», sagte Ramsauer der Zeitung «Die Welt» (Mittwoch). Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin erklärte: «Das waren keine AKW-Gegner, das waren einfach Idioten.»

Brände / Bahn / Verkehr / Berlin / Brandenburg
24.05.2011 · 17:37 Uhr
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